Filmforum

Mit dem bundesweit einzigartigen Modell eines die Stadtgrenzen übergreifenden Forums bespielen seit 2006 insgesamt neun Partner das Kino im Museum Ludwig.

Als Gründungsmitglieder des Filmforums hat das gesamte breite Spektrum von Filmförderern und -produzenten, Filmschaffenden, -vermittelnden und Cineasten zur Kooperation zusammengefunden. Zu ihnen gehören die Filmstiftung NRW, die SK Stiftung Kultur, der Westdeutsche Rundfunk (WDR), die ifs internationale filmschule köln, der film & fernseh produzentenverband nrw e.v. die KölnMusik GmbH, sowie der Verbund der freien Filmszene „KinoAktiv" und das Museum Ludwig/Stadt Köln. Zahlreiche thematische Programmreihen, Filmfestivals und Premieren sowie Vorträge und Diskussionen haben im Filmforum einen Aufführungsort gefunden. Alle Veranstaltungen werden inhaltlich und finanziell von den einzelnen Partnern selbst verantwortet. Gemeinsam ist es gelungen, das Filmforum als Ort für Filmgeschichte und zeitgenössische Filmkultur zu etablieren und damit eine Lücke in der Kölner Kinolandschaft zu füllen.

Weitere Infos zu diesem und allen anderen Programmen unter www.filmforumnrw.de

Eintrittskarten für alle Veranstaltungen sind an der Abendkasse erhältlich. Vorbestellungen sind nicht möglich. Für Hörgeschädigte bietet das Filmforum Induktionsschleifen an. Das Filmforum ist für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Filmforum im Museum Ludwig

Eingang auf der Rückseite des Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
E-Mail: infofilmforumnrw.de

Kommende Termine

Für: Fremdsprachige Angebote

RU/EE/FR 2021, 126’, DCP, OmeU (russ. Sprache, engl. Untertitel), R: Natasha Merkulova & Aleksey Chupov

Hauptmann Fjodor Wolkonogow, ein hochangesehener und gehorsamer sowjetischer Polizist, wird Zeuge, wie seine Kollegen unter verdächtigen Umständen verhört werden. Er spürt, dass er selbst bald an der Reihe ist, flieht und ist bald auf der Flucht, gejagt von seinen ehemaligen Kollegen. Verletzt und verzweifelt erkennt Fjodor, wozu er beigetragen hat, und dass Reue der einzige Weg ist, der ewigen Qual der Hölle zu entkommen. Doch die Zeit drängt, und die Jagd auf ihn rückt immer näher…


Tickets unter: www.kontramarka.de/en/tour/kapitan-volkonogov-bezhal/?ref_id=242&nr=1

Für: Student*innen

CH·D 2018, Dokumentarfilm, 91‘, R: Barbara Miller, Montage: Isabel Meier

Jede einzelne Frau auf dieser Welt hat ein Recht auf ihre Lust, ihre körperliche Selbstbestimmung, ihr sexuelles Begehren. Was tun, wenn das Patriarchat dieses Recht verhindert? »Female Pleasure« bringt fünf internationale Persönlichkeiten zusammen, die sich aus extrem geschlossenen Gesellschaften befreit haben und nun Kraft ihres Mutes und ihrer Kreativität ein Bewusstsein für eine freie weibliche Sexualität schaffen wollen. Dem Film gelingt es trotz all der unterschiedlichen Geschichten, die universellen Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Dies ist vor allem dem klugen Schnitt zu verdanken. Die Editorin Isabel Meier versteht es durch ihren verbindenden Schnitt die Stimmen einzelner zu einer gemeinsamen Botschaft zu bündeln: die Tabuisierung der weiblichen Sexualität ist ein globales Problem, der Kampf Einzelner ist unser aller.
Isabel Meier dazu: „Diese jahrhundertealte Unterdrückungsgeschichte, die überall auf der Welt das Leben von uns Frauen prägt, in eine filmische Form zu bringen, die informiert, aufwühlt und berührt, war für mich gestalterisch eine große Freude und Herausforderung.“
Ein Film, der kurz nach der #metoo-Debatte entstand und immer noch inspiriert.


Isabel Meier wurde für die Montage von »Female Pleasure« 2019 für den Schweizer Filmpreis nominiert. Sie montierte die Dokumentarfilme »Blue End« (2000, Regie: Kaspar Kasics),»Balkan Melodie« (2012, R: Stefan Schwietert) und »Parcours d’Amour« (2014, R: Bettina Blümner). Ihr erster Spielfilm »Die Unberührbare« von Oscar Roehler wurde 1999 als deutscher Beitrag für den Oscar für den besten internationalen Film ausgewählt. Sie hat an vielen internationalen Koproduktionen mitgearbeitet, darunter »Samsara« (2001 R: Pan Nalin), »Mein Name ist Bach« (2003, R: Dominique de Rivaz), »The Drummer« (2007, R: Kenneth Bi), »Tulpan« (2008, R: Sergei Dworzewoi), »Satte Farben von Schwarz« (2010, R: Sophie Heldman) und »Love Island« (2014, R: Jasmila Žbanić). Im Herbst kommt »The Education of Jane Cumming« von Sophie Heldmann ins Kino.


Anschließend Filmgespräch mit Filmeditorin Isabel Meier, moderiert von Maxa Zoller, Künstlerische Leiterin IFFF Dortmund+Köln


Eine Veranstaltung von Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst und Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln in Kooperation mit der ifs Internationale Filmschule Köln im Rahmen des Filmforums NRW e.V., gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln.
Infos unter 0221-920188-231 oder info@filmschule.de


Eintritt frei

Für: Erwachsene

F 1976, 82‘, DCP, OmeU, R: Niki De Saint Phalle

Die kleine Prinzessin Camélia wird von einer Zauberin in eine junge Frau verwandelt und entdeckt eine neue fantastische und gefährliche Welt: die der Erwachsenen. Hier muss sie sich mit den von Männern auferlegten Regeln arrangieren. Ein Märchen für Erwachsene voll mit psychosexueller Symbolik in der einzigartigen surrealen Bildwelt von Niki De Saint Phalle. Die 4K-Restaurierung wurde anhand der originalen 16-mm-Kamera- und Tonnegative durchgeführt und entspricht dem Schnitt aus dem Jahr der Erstaufführung des Films.


Eintritt: 9,00 € / 8,00 € ermäßigt


Tickets unter rausgegangen.de/events/un-reve-plus-long-que-la-nuit/

Für: Erwachsene

DDR 1963, 85‘, 16mm, R: Frank Beyer

Nach Kriegsende macht sich der Dresdner Arbeiter Kalle Blücher auf den Weg nach Wittenberge, weil dort noch Vorräte an Karbid lagern, die zum Wiederaufbau seiner Arbeitsstätte, einer Zigarettenfabrik dringend benötigt werden. Sieben Fässer kann er ergattern, doch der Rückweg gestaltet sich schwierig – per Anhalter, da er kein Transportmittel hat. Die sympathische Karla nimmt ihn ein kurzes Stück in ihrem Fuhrwerk mit. Am liebsten würde er bei ihr bleiben, aber erst muss er seinen Auftrag erfüllen. So beginnt für Kalle eine abenteuerliche Reise quer durch das zerstörte Deutschland. Unterwegs begegnet er ganz unterschiedlichen Menschen, darunter Soldaten der Besatzungsmächte, misstrauische Zivilisten und hilfsbereite Fremde.


Immer wieder gerät er in komische oder brenzlige Situationen, aus denen er sich mit Einfallsreichtum und Humor befreien muss. Am Ende kommt er zwar nur mit einem Teil des Karbids zurück, doch das reicht aus, um den Wiederaufbau zu ermöglichen.


Eine Veranstaltung von Julia Schönecker-Roth und Joachim Steinigeweg


Eintritt: 8,00 € / 7,00 € erm., Karten an der Kinokasse


Vorbestellung: joachim.steinigeweg@email.de

Für: Erwachsene
Teilnahme: 9,00€ Ermäßigt: 8,00€

ČSR 1966, 71‘, 35mm, OmU, Regie: Jan Němec

Eine Gruppe von Freunden picknickt im Grünen, als plötzlich Männer auftauchen, die sie schikanieren und gegeneinander aufbringen. Die Störenfriede entpuppen sich als Gäste eines angesehenen Mannes, der die Drangsalierung beendet und alle zu seiner Geburtstagsfeier einlädt. Dort angekommen entschließt sich ein Gast die Party zu verlassen, was dem Gastgeber und seinen Lakaien gar nicht gefällt. Als sie zur Jagd aufrufen, laufen alle mit. Inspiriert von absurdem Theater und surrealem Film rekapituliert diese bitterböse Satire die Entstehung eines totalitären politischen Systems anhand einer Festgesellschaft und wurde nach ihrem Erscheinen vom kommunistischen Regime verboten.


Einführung: Rebecca Heiler (Festivalleiterin goEast – Festival des mittel- und
osteuropäischen Films)


In Zusammenarbeit mit goEast – Festival
Tickets nur an der Abendkasse. Geflüchtete haben freien Eintritt!

Für: Erwachsene
Teilnahme: 8,00€ Ermäßigt: 7,00€

Karten an der Kinokasse

BRD 1977, 112‘, 16mm, R: Edgar Reitz

Wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen sich die amerikanischen Truppen aus Thüringen und Sachsen zurück, obwohl sie die Gebiete zuvor besetzt hatten. Stattdessen rücken sowjetische Soldaten ein, was unter der Bevölkerung große Angst vor Plünderungen und Gewalt auslöst. Der ehemalige Hitlerjunge Hans streift wie viele Jugendliche orientierungslos durch das zerstörte Land. Sein Traum von einem Bündnis zwischen Deutschen und Amerikanern ist zerplatzt. Jetzt möchte er einen angeblichen Nazi-Schatz auf dem Friedhof von Möckern finden und anschließend mit seinem Wehrmachts-Motorrad in den Westen fahren. Doch die Wirklichkeit holt ihn ein: Die Russen nehmen ihm bereits seine Waffe und das Motorrad ab. Als Hans schließlich auf eine amerikanische Militärstreife trifft, verliert er nicht nur seinen Schatz und seine geliebte Fliegerjacke, sondern auch die junge Isa, zu der er sich hingezogen fühlt. Am Ende bleibt Hans allein enttäuscht zurück, und die erhoffte „Stunde Null“ erweist sich als Illusion statt als echter Neuanfang.

Eine Veranstaltung von Julia Schönecker-Roth und Joachim Steinigeweg


Vorbestellung: joachim.steinigeweg@email.de

Für: Erwachsene

www.iranian-filmfestival.com/

Tickets: iranian-filmfestival.com

Vor dem Hintergrund massiver politischer Spannungen, anhaltender
Repressionen und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche im Iran bietet
„Visions of Iran“ ein vielfältiges Programm aus Film, Diskurs und Performance.

Der Eröffnungsfilm „Roya“, präsentiert von der anwesenden Filmemacherin Mahnaz Mohammadi, erzählt von einer inhaftierten Menschenrechtsaktivistin, die eine schwierige Entscheidung zwischen Kompromiss und Widerstand treffen muss. Zwei weitere Spielfilme, „The Crowd“ von Sahand Kabiri und „Inside Amir“ von Amir Azizi blicken auf die Freiheitswünsche der iranischen Generation Z, angesichts enger gesellschaftlicher Grenzen. Amirali Navaee schickt in „Sunlight Express“ Zugreisende auf eine poetisch- fantastische Fahrt in das sagenhafte „Hermia“. Ein Highlight – und nichts für schwache Nerven! – ist Hamid Nematollahs „The Killer and the Savage“: als erster iranischer „Slasher“-Film gehandelt, zeigt er den Star Leila Hatami in einer schauspielerischen Tour de Force zwischen Ohnmacht und Kampf um Selbstermächtigung. Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „A Fox Under a Pink Moon“ von Mehrdad Oskouei begleitet die 16-jährige afghanische Künstlerin Soraya auf ihrem Weg zu Selbstbestimmung und künstlerischem Ausdruck. Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf dem iranischen Süden, der durch die Meerenge von Hormoz in unseren Nachrichten präsent ist, ergänzt durch eine kuratierte Auswahl aktueller Kurzfilme – und die Wiederaufführung eines restaurierten Klassikers: Marva Nabilis „The Sealed Soil“ (1977) ist einer der ersten von einer Frau inszenierten iranischen Filme. Filmgespräche mit Gästen runden das Programm ab. Zur Eröffnung präsentiert „Visions of Iran“ gemeinsam mit dem „Theater Colonia“ Nassim Soleimanpours weltweit gefeiertes Theaterexperiment „Weißes Kaninchen, Rotes Kaninchen“: Ohne Probe und Vorbereitung be- gegnet Mohammad-Ali Behboudi dem Text erstmals live auf der Bühne – ein einmaliger Theaterabend über Freiheit, Kontrolle und die Kraft der Kunst.


Weitere Infos, das vollständige Programm und Links zum Ticketkauf finden


Sie auch auf unserer Website: iranian-filmfestival.com

Vor dem Hintergrund massiver politischer Spannungen, anhaltender Repressionen und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche im Iran bietet „Visions of Iran“ ein vielfältiges Programm aus Film, Diskurs und Performance. Auch in seiner 13. Ausgabe eröffnet das Festival Einblicke in iranische Gesellschaft und Kultur und präsentiert aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme.

Für: Student*innen
Teilnahme: kostenlos

D/AT 2025, Dokumentarfilm, 104‘, R: Isa Willinger, Produktion: Ira Tondowski,
Alex Tondowski, Sabine Gruber, Peter Drössler

Für ihre radikale Bestandsaufnahme über das revolutionäre Filmschaffen von Frauen bringt die Filmemacherin Isa Willinger einige der bedeutendsten Regisseur*innen unserer Zeit zusammen: Mit Céline Sciamma, Alice Diop, Joey Soloway, Nina Menkes, Valie Export, Catherine Breillat und Virginie Despentes treten erstmals wegweisende Filmemacher*innen in einen gemeinsamen, intimen Dialog – über ihre Kunst, ihre Wut, ihre Verletzlichkeit und die Bilder, die unsere Welt prägen. Inspiriert von einer Beobachtung der Regisseurin Kira Muratova, dass Frauen in Wahrheit die härteren Filme machen, sprechen sie über Sex und Gewalt, über Demütigung und Rache, über Trauma und Lust, Zärtlichkeit und Poetik und den viel diskutierten female gaze. „,No Mercy‘ wirkt wie ein notwendiger Impuls in einer Debatte, die immer noch nicht ausreichend in die Gänge gekommen ist, und schafft es dabei zugleich Schaulust nicht als bloßes Nebenher zu bedienen, sondern stets lustvoll mit seiner Fragestellung zu vermitteln – und dabei an die Existenz eines anderen Kinos zu erinnern.“ (Kino-Zeit) Der Film feierte 2025 Premiere beim Filmfest Hamburg. Isa Willinger ist eine preisgekrönte Dokumentarfilm-Regisseurin. „Hi AI – Liebesgeschichten aus der Zukunft“ wurde für den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm nominiert und gewann zudem den Max-Ophüls- Preis. 2020 erhielt sie den SI STAR Filmpreis für herausragende Regisseurinnen. Für „Plastic Fantastic“ gewann sie u. a. den Publikums- preis beim Deutschen Dokumentarfilmpreis.


Anschließend Filmgespräch mit Regisseurin Isa Willinger
Eine Veranstaltung der ifs Internationale Filmschule Köln im Rahmen des Filmforums NRW e.V. Infos unter 0221-920188-230 oder infofilmschule.de

Eintritt frei