Ausblick

Programm 2026

2026 wird ein ganz besonderes Jahr für das Museum Ludwig. Wir feiern unser 50-jähriges Jubiläum mit einem umfangreichen Programm aus Ausstellungen und Präsentationen. 

Ein Gemälde mit dem Gesicht einer schwarzen Frau rechts und einem großen Gebäude links. Im Hintergrund sind verschwommen Musiknoten zu erkennen.

Schultze Projects #5. Jana Euler

18. Juli 2026 – Juli 2028

Alle zwei bis drei Jahre werden Künstler*innen eingeladen, die Stirnwand im Treppenaufgang des Museums neu zu gestalten. Im Jahr 2026 wird Jana Euler ein neues großformatiges Werk schaffen. Mit Humor dekonstruiert sie in ihren Bildern Machtstrukturen und Geschlechterstereotypen. Die Serie Schultze Projects ehrt den Informel-Maler Bernard Schultze und seine Partnerin Ursula Schultze-Bluhm.

Kurator: Yilmaz Dziewior

Auf einem dunkelblauen Hintergrund ist im linken Teil des Kunstwerkes ein braun-oranges Gesicht zu erkennen, das langsam im blauen des Hintergrundes verschwindet.

Ausstellung

Along the Color Line.
Perspektiven einer transatlantischen Moderne

3. Oktober 2026 – 7. März 2027

Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.

In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete. Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt? 

In europäischen Museen sind Schwarze Künstler*innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora. 

Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden. 

Kuratorin: Eboa Itondo

Ein schwarz-weiß Foto zeigt einen einen nackten Rücken einer Frau. Um die Hüfte und um den Kopf trägt sie ein Tuch. Auf das Foto sind Schalllöcher einer Geige gemalt.

Man Ray: Kiki

31. Oktober 2026 – 4. April 2027

Präsentation in den Fotoräumen

Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er malt Schalllöcher einer Geige auf die Fotografie, sodass Kikis Rücken zum Körper eines Streichinstruments wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.

Kuratorin: Miriam Szwast

Ein älterer Mann steht in schwarzer Kleidung vor einem Toreingang aus Steinen. Der Mann schaut ernst und steht leicht abgewandt.

Lee Ufan
Wolfgang-Hahn-Preis 2026

7. November 2026 – 4. April 2027

Preisverleihung und Eröffnung: 6. November 2026, 18:30h

Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. 

In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.