Ausblick

Programm 2026

2026 wird ein ganz besonderes Jahr für das Museum Ludwig. Wir feiern unser 50-jähriges Jubiläum mit einem umfangreichen Programm aus Ausstellungen und Präsentationen. 

Ein dunkler Spiegelraum zeigt gelb-schwarze Tentakeln, die sich in alle Richtungen spiegeln.

Ausstellung

Yayoi Kusama

14. März – 2. August 2026

Yayoi Kusama wurde mit ihren begehbaren Spiegelräumen weltberühmt, ihre Polka-Dots sind wie zu einem Markenzeichen geworden. Im Jubiläumsjahr zeigt das Museum eine große Überblicksausstellung der japanischen Künstlerin, die einen Einblick in ihr über siebzig Jahre umspannendes Schaffen gibt. Denn schon in der großen Schenkung von Peter und Irene Ludwig, die 1976 zur Gründung des Museum Ludwig führte, befand sich ein Werk von Yayoi Kusama. Neben diesem und weiteren ikonischen Werken zeigt die Schau auch Arbeiten, die in Europa nie zuvor zu sehen waren. Ein Highlight wird der neue Infinity Mirror Room sein, den sie im Museum einrichtet. 

Die 1929 in Matsumoto geborene Kusama ging 1957 in die USA und wurde dort zum vielbeachteten Teil der lebendigen New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre. Zurück in Japan entwickelte sie ihre Formensprache sich wiederholender Muster weiter zu einem unverwechselbaren Werk. In ihrer Kunst scheut sie sich nicht, die wirklich großen Themen anzusprechen: Tod und Schmerz, Krankheit und innere Seelenzustände, Krieg und Liebe. Kusama nährt ihre Kunst aus ihrer Biografie, ihren eigenen Erfahrungen und Gefühlen. So werden ihre Arbeiten zu Spiegeln des eigenen Seins und zu Botschaften an die Außenwelt. Ganz wesentlich ist ihr dabei die Philosophie, dass alles sich ständig erneuert und niemals endet – so wie es die Besucher*innen in ihrer einzigartigen und visionären künstlerischen Welt erleben können. 

Yayoi Kusama wird vom Museum Ludwig in Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler (12. Oktober 2025–25. Januar 2026) und dem Stedelijk Museum in Amsterdam (12. September 2026–17. Januar 2027) organisiert. 

In der Kölner Station der Ausstellung werden einige große installative Arbeiten gezeigt, die nicht Teil der Ausstellung in Basel sind, wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation Aggregation: One Thousand Boats Show, das Environment I’m Here but Nothing (2000 bis heute), ein in Schwarzlicht getauchter Wohnraum mit zahllosen fluoreszierenden Klebepunkten und die imposanten bunt bemalten Bronze-Blumen Flowers, die auf der Dachterrasse des Museum Ludwig installiert werden.

Kurator: Stephan Diederich

Das Foto ist schwarz-weiß. In der Mitte des Bildes laufen zwei Menschen mit Fahnen über den Schultern auf einer Straße. Im Hintergrund sind Gebäude zu sehen.

Zweimal Deutschland um 1980

18. April – 11. Oktober 2026

Präsentation in den Fotoräumen

Fotografien aus Ost- und Westdeutschland um 1980 dokumentieren die Lebenswelten in beiden Staaten, geprägt von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Porträts und Alltagsszenen von Derek Bennett, Christiane Eisler, Ute Mahler, Henry Maitek, Evelyn Richter, Karl C. Kugel und Erasmus Schröter vermitteln Einblicke in diese Realitäten. Ergänzende Titel und historische Verweise vermitteln häufig erst, wo die Aufnahmen entstanden sind, und verdeutlichen gesellschaftlichen Spannungen und kulturellen Perspektiven. 

Kuratorin: Barbara Engelbach

Ein Gemälde mit dem Gesicht einer schwarzen Frau rechts und einem großen Gebäude links. Im Hintergrund sind verschwommen Musiknoten zu erkennen.

Schultze Projects #5. Jana Euler

18. Juli 2026 – Juli 2028

Alle zwei bis drei Jahre werden Künstler*innen eingeladen, die Stirnwand im Treppenaufgang des Museums neu zu gestalten. Im Jahr 2026 wird Jana Euler ein neues großformatiges Werk schaffen. Mit Humor dekonstruiert sie in ihren Bildern Machtstrukturen und Geschlechterstereotypen. Die Serie Schultze Projects ehrt den Informel-Maler Bernard Schultze und seine Partnerin Ursula Schultze-Bluhm.

Kurator: Yilmaz Dziewior

Auf einem dunkelblauen Hintergrund ist im linken Teil des Kunstwerkes ein braun-oranges Gesicht zu erkennen, das langsam im blauen des Hintergrundes verschwindet.

Ausstellung

Along the Color Line.
Perspektiven einer transatlantischen Moderne

3. Oktober 2026 – 7. März 2027

Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.

In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete. Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt? 

In europäischen Museen sind Schwarze Künstler*innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora. 

Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden. 

Kuratorin: Eboa Itondo

Ein schwarz-weiß Foto zeigt einen einen nackten Rücken einer Frau. Um die Hüfte und um den Kopf trägt sie ein Tuch. Auf das Foto sind Schalllöcher einer Geige gemalt.

Man Ray: Kiki

31. Oktober 2026 – 4. April 2027

Präsentation in den Fotoräumen

Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er malt Schalllöcher einer Geige auf die Fotografie, sodass Kikis Rücken zum Körper eines Streichinstruments wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.

Kuratorin: Miriam Szwast

Ein älterer Mann steht in schwarzer Kleidung vor einem Toreingang aus Steinen. Der Mann schaut ernst und steht leicht abgewandt.

Lee Ufan
Wolfgang-Hahn-Preis 2026

7. November 2026 – 4. April 2027

Preisverleihung und Eröffnung: 6. November 2026, 18:30h

Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. 

In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.