Pro­gramm 2019

Dies ist unsere Vorschau auf das Auss­tel­lungs­jahr 2019.

Hock­ney/Hamil­ton. Ex­pand­ed Graph­ics

Neuer­wer­bun­gen und Ar­beit­en aus der Samm­lung, mit zwei Fil­men von James Scott

19.1. – 14.4.2019

Il­lus­tra­tions for Four­teen Po­ems by C.P. Ca­va­fy: ein Zyk­lus von 13 Radierun­gen aus den Jahren 1966–67, ein­er frühen, für sein Ge­samtw­erk zen­tralen Schaf­fen­sphase des bri­tischen Kün­stlers David Hock­ney (*1937). Vor kurzem haben die Köl­n­er Samm­ler Her­bert Mey­er-Ellinger und Chris­toph Vow­in­ck­el das Map­pen­w­erk dem Mu­se­um Lud­wig geschenkt, jet­zt ist es zum er­sten Mal aus­gestellt. Der Zyk­lus führt drei Mo­tive von Hock­neys Kunst zusam­men: das In­teresse für die Aus­drucks­möglichkeit­en der Druck­gra­fik, die Frage nach dem Ver­hält­nis von Lit­er­a­tur und bil­den­der Kunst und die be­tont selb­stver­ständliche Dars­tel­lung von Ho­mo­sex­u­al­ität in ein­er hetero­sex­uell do­minierten Ge­sellschaft. An­läss­lich der Schenkung zeigt das Mu­se­um sei­nen ge­samten Be­s­tand an Ar­beit­en auf Pa­pi­er von David Hock­ney und Richard Hamil­ton, ergänzt um Lei­h­gaben aus Pri­vatbe­sitz.

Ausstel­lung

Nil Yal­ter
Ex­ile Is A Hard Job

9.3. – 2.6.2019

Seit den 1970er Jahren ar­beit­et sie als Pi­onierin ein­er ge­sellschaftlich en­gagierten und tech­nisch avancierten Kunst: Nil Yal­ter, ge­boren 1938 in Kairo, aufgewach­sen in Is­tan­bul und seit 1965 wohn­haft in Paris. In ma­lerischen Col­la­gen, in Mon­ta­gen und Videos in­te­gri­ert die türkische Kün­st­lerin Fo­tos, Zeich­nun­gen und Berichte von Ar­beit­er*in­nen und Mi­grant*in­nen. Auf­grund ihr­er Au­sei­nan­derset­zung mit den The­men Fe­mi­n­is­mus, Mi­gra­tion und Re­pres­sion wurde die 80-jährige in den let­zten fünf Jahren von in­ter­na­tio­nalen Museen und Samm­lun­gen neu ent­deckt. 2019 richtet das Mu­se­um Lud­wig der türkischen Kün­st­lerin nun ihre er­ste große Über­blick­sauss­tel­lung aus.

Jac Leirn­er
Wolf­gang-Hahn-Preis 2019

10.4. – 21.7.2019

Jac Leirn­er er­hält 2019 den 25. Wolf­gang-Hahn-Preis. Seit den 1980er Jahren hat sie mit ihren Skulp­turen, Bildern und In­s­tal­la­tio­nen die Idee des Orig­i­nals und des Wertes von Kunst­w­erken in­frage gestellt. Ge­fun­dene, ge­sam­melte und auch ges­toh­lene Ob­jekte, meist in­dus­triell pro­duziert, wer­den von ihr ve­rar­beit­et. Die Ar­beit Mu­se­um Bags (1985–2018) beste­ht beispiel­sweise aus ein­er Samm­lung von gewöhn­lichen Plas­tik­tüten, die sie in ver­schie­de­nen Mu­se­umsshops er­wor­ben hat.&nb­sp;Das Werk wird von der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst für die Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig an­läss­lich der Ver­lei­hung des Preis­es er­wor­ben und im Kon­text der stän­di­gen Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig präsen­tiert.

Fio­na Tan
GAAF

4.5. – 11.8.2019
Im Rah­men von Artist Meets Archive

Die Fo­to­grafin, Videokün­st­lerin und Filme­macherin Fio­na Tan (*1966 in In­do­ne­sien, lebt in Am­s­ter­dam) wird mit dem Archiv der Ag­fa-Wer­be­abteilung ar­beit­en, das in Kis­ten ver­packt seit vierzig Jahren im De­pot des Mu­se­um Lud­wig sch­lum­mert. Es um­fasst zeh­n­tausende Fo­to­gra­fien, Dias und Neg­a­tive, die seit den 1920er-Jahren ge­sam­melt wur­den. Die Kün­st­lerin in­teressieren insbe­son­dere die Wer­beauf­nah­men mit dem le­g­endären „Ag­fa­col­or“-Film. Der Ti­tel der Auss­tel­lung GAAF – ein Ana­gramm von Ag­fa – heißt im Nied­er­ländischen „makel­los“ und spielt auf die bunte, gestellte Welt der Auf­nah­men an, de­nen die Eu­phorie der Wirtschaftswun­der­jahre anzuse­hen ist.

Ausstel­lung

Fam­i­lien­bande
Die Schenkung Schröder

13.7. – 29.9.2019

In den 1990er Jahren for­miert sich in Köln eine neue Kun­st­szene: Junge Ga­le­rien wie jene von Chris­tian Nagel eröff­nen, die Zeitschrift Texte zur Kunst wird ge­grün­det und ein Kün­stlerkollek­tiv be­treibt den al­ter­na­tiv­en Auss­tel­lungs­raum „Frie­sen­wall 120“. Das Rhein­land en­twick­elt sich – im in­ten­siv­en Aus­tausch mit New York – zu einem in­tellektuellen Zen­trum dies­er Dekade. Alex­an­der Schröder ver­fol­gt die­sen Auf­bruch von Ber­lin aus. Bere­its als Kun­st­s­tu­dent grün­det er mit Thi­lo Wermke eine ei­gene Ga­lerie, zu­gleich be­gin­nt er, die Kunst sein­er Zeit mit einem be­son­deren Blick zu sam­meln. Heute ver­mit­telt Schröders Samm­lung die ei­gen­wil­lige und sinn­liche Seite der durch die Konzep­tkunst geprägten 1990er und 2000er Jahre. Sie macht deut­lich, welche Be­deu­tung Kün­stler*in­nenge­mein­schaften und Kol­lab­o­ra­tio­nen in wech­sel­n­den Kon­stel­la­tio­nen hat­ten. Jet­zt schenkt Alex­an­der Schröder dem Mu­se­um Lud­wig sub­s­tanzielle Werke aus sein­er Samm­lung von Kün­stler*in­nen wie Kai Al­thoff, Cosi­ma von Bonin, Tom Burr, Lukas Duwen­hög­ger, Isa Gen­zken und Danh Võ. Die Auss­tel­lung stellt sie der Öf­fentlichkeit zusam­men mit Werken der ei­ge­nen Samm­lung vor.

Ausstel­lung

HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig
Tran­s­cor­po­re­al­i­ties

21.9.2019 – 19.1.2020

Un­ter dem Ti­tel Tran­s­cor­po­re­al­i­ties wid­met sich die fünfte Auss­tel­lung der Rei­he HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig der Kom­plex­ität von Kör­per­lichkeit. Neue ma­te­rial­is­tische und posthu­man­is­tische The­o­rien ge­hen davon aus, dass alle Kör­p­er poröse, of­fene Sys­teme sind, die sich im stän­di­gen Aus­tausch mit an­deren Kör­pern und ihr­er Umwelt ge­gen­seitig durch­drin­gen und in­ei­nan­der­fließen. In die­sem Sinne ak­tiviert die Auss­tel­lung ei­nen Tran­si­traum des Mu­se­ums: das Ein­gangs­foy­er. Rund um eine Bühne für Per­for­mance, Tanz, kün­st­lerische Forschung, Diskus­sion und Dia­log ver­wan­deln die ein­ge­la­de­nen Kün­stler*in­nen sowie lokal und in­ter­na­tio­n­al agierende Kollek­tive das Foy­er in ei­nen flex­i­blen Auss­tel­lungs­raum.

Ausstel­lung

Wade Guy­ton

16.11.2019 – 1.3.2020

Der 1972 ge­borene US-amerikanische Kün­stler Wade Guy­ton hat über gut zwei Jahrzeh­nte ein so konzeptuell konse­quentes wie er­frischend ei­gensin­niges Werk geschaf­fen. Bekan­nt ist er vor allem für seine mit einem herkömm­lichen Tin­ten­s­trahl­druck­er hergestell­ten groß­for­mati­gen Lein­wand­bilder mit ikonischen Mo­tiv­en wie Flam­men, den Buch­staben „X“ und „U“ oder der Web­site der New York Times. Nach­dem das Mu­se­um Lud­wig bere­its mehrere Werke des Kün­stlers für die Samm­lung ankaufen kon­nte, richtet es ihm 2019 eine große Über­blick­sauss­tel­lung aus, die sein kün­st­lerisch­es Schaf­fen von den An­fän­gen bis hin zu jüng­sten Ar­beit­en vorstellt. Wade Guy­ton nimmt in Hin­blick auf die kün­st­lerische Au­sei­nan­derset­zung mit dem Bild im dig­i­tal­en Zei­tal­ter eine Sch­lüs­sel­po­si­tion ein. Durch die Aneig­nung bere­its ex­istieren­den Bild­ma­te­rials und die Kon­fron­ta­tion mit neuen re­pro­duk­tion­stech­no­lo­gien en­twick­elte Guy­ton so in den let­zten zwanzig Jahren eine ak­tu­al­isierte Form der so­ge­nan­n­ten Ap­pro­pri­a­tion Art.

Ben­jamin Katz
Ber­lin Havel­höhe, 1960

Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

7.6. – 22.9.2019

An­läss­lich des 80. Ge­burt­s­tags von Ben­jamin Katz wird das Mu­se­um Lud­wig die be­deu­tende Fo­tor­ei­he Ber­lin Hav­el­höhe (1960) präsen­tieren, welche kür­zlich er­wor­ben wurde. An Tu­berku­lose erkrankt ver­brachte Katz an­derthalb Jahre im Kranken­haus Hav­el­höhe in Ber­lin und fo­to­gra­fierte den All­t­ag der Pa­tien­ten, aber auch das Gelände und seine Ge­bäude, die ur­sprünglich von der na­tio­n­al­sozial­is­tischen Reich­sakademie für Luft­waffe genutzt wor­den waren. Die Fo­to­gra­fien stellen ein ge­sellschaftlich­es, aber auch ein kün­st­lerisch­es Doku­ment dar, denn in den Auf­nah­men sind Katz’ An­fänge als Fo­to­graf zu ent­deck­en. Ber­lin Hav­el­höhe ver­mit­telt auch das Bild des Kün­stlers als jun­gen Mann. Gezeigt wer­den 45 Abzüge sowie die ge­samte Se­rie von 318 Auf­nah­men aus der Samm­lung, die als kle­in­for­matige Vin­tageprints auf 30 Blät­tern mon­tiert sind.

Lu­cia Mo­ho­ly
Fo­to­geschichte schreiben

Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

12.10.2019 – 2.2.2020

An­läss­lich des Bauhaus Ju­biläums wird die Präsen­ta­tion aufzei­gen, in­wie­fern die Fo­to­grafin Lu­cia Mo­ho­ly die Geschichte der Fo­to­gra­fie neu schrieb. Neben ihren fo­to­gra­fischen Werken befin­d­en sich im Archiv des Mu­se­um Lud­wig Briefe, die ei­nen re­gen Aus­tausch mit dem Fo­to­samm­ler und -his­torik­er Erich Stenger bele­gen. Ge­mein­sam hat­ten sie vor, ein Buch über die Geschichte der Fo­to­gra­fie zu schreiben. Der Auf­stieg der Na­tio­n­al­sozial­is­ten trieb Mo­ho­ly je­doch in die Emi­gra­tion, während Stenger in Deutsch­land zum ge­fragten Ex­perten auf dem Ge­bi­et auf­stieg. Mo­ho­ly veröf­fentlichte sch­ließlich selb­st­ständig in Lon­don A Hun­dred Years of Pho­tog­ra­phy. Davon, und wie Mo­holys Schreiben und Fo­to­gra­fieren zusam­men­hän­gen, erzählt die Präsen­ta­tion.