Pro­gramm 2020

Diese Son­der­auss­tel­lun­gen präsen­tieren wir Ih­nen im Jahr 2020:

Be­tye Saar
Wolf­gang-Hahn-Preis 2020
Fes­takt & Präsenta­tion

Die Preisver­lei­hung fin­d­et am 23. März 2021 statt.

Be­tye Saar wird mit dem 26. Wolf­gang-Hahn-Preis der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst aus­gezeich­net. Die Wür­di­gung ihres Schaf­fens ist von ho­her Dringlichkeit, entschied die Ju­ry beste­hend aus Yil­maz Dziewior, Di­rek­tor des Mu­se­um Lud­wig, Chris­tophe Ch­er­ix, Robert Leh­man Foun­da­tion Che­fku­ra­tor für Zeich­nung und Gra­fik am Mu­se­um of Mod­ern Art (Mo­MA) in New York, sowie den Vor­s­tands­mit­glied­ern des Fördervereins. Be­tye Saar schafft As­sem­bla­gen aus den ver­schie­den­sten ge­fun­de­nen Ob­jek­ten, die sie mit Zeich­nung, Druck­en, Malerei oder Fo­to­gra­fie kom­biniert. Gastjuror Chris­tophe Ch­er­ix über Be­tye Saar: „In der US-amerikanischen Kunst nimmt Be­tye Saars Werk eine Sch­lüs­sel­po­si­tion ein. Ihre As­sem­bla­gen aus den 1960ern und frühen 1970ern verknüpfen Fra­gen von Eth­nie, Pol­i­tik und über­natür­lichen Glaubenssys­te­men mit ihr­er per­sön­lichen Geschichte. Saar, die in ein­er von Rassen­tren­nung geprägten Ge­sellschaft aufwuchs, hat über all die Jahre an ihrem Glauben fest­ge­hal­ten, dass Kunst unsere fin­ster­sten Mo­mente und tief­sten Äng­ste über­win­den kann. Heute schöpft eine neue Gen­er­a­tion von Kün­stler*in­nen aus ihrem über­wälti­gen­den Werk und macht deut­lich, wie Saar den Lauf der US-amerikanischen Kunst verän­dert hat. Mit dem Wolf­gang-Hahn-Preis 2020 wer­den Saars außeror­dentliche Leis­tun­gen und ihr Ein­fluss gewürdigt. Zu­gleich wird die Notwendigkeit an­erkan­nt, dass die Geschichtsschrei­bung der Kunst der let­zten Jahrzeh­nte über­dacht wer­den muss.“

#M­Lx­Be­tye­Saar #WH­P2020

Ausstel­lung

Rus­sische Avant­garde im Mu­se­um Lud­wig – Orig­i­nal und Fälschung
Fra­gen, Un­ter­suchun­gen, Erk­lärun­gen

26.9.2020 – 3.1.2021

Im­mer mehr Museen öff­nen sich nach langer Tabuisierung für ei­nen trans­par­en­ten Um­gang mit Fälschun­gen, tauschen Erken­nt­nisse aus und entschei­den sich – falls notwendig – , Werke aus der Samm­lung abzuschreiben. Mit ein­er Stu­dioauss­tel­lung zur Rus­sischen Avant­garde stellt sich das Mu­se­um Lud­wig den Fra­gen nach Au­then­tiz­ität in sein­er Samm­lung. Die Rus­sische Avant­garde bildet dank Peter und Irene Lud­wig – neben Pop Art und Pi­cas­so – ei­nen Samm­lungssch­w­er­punkt des Mu­se­ums: Sie um­fasst 600 Ar­beit­en aus der Zeit von 1905 bis 1930, darun­ter rund 100 Gemälde.

Aus un­ter­schiedlichen Grün­den ge­langten im­mer wied­er Werke fraglich­er Au­torschaft in pri­vate und in­sti­tu­tionelle Samm­lun­gen. Ar­beit­en von Kün­stler*in­nen der Rus­sischen Avant­garde wur­den – zum Beispiel auf­grund ihr­er verzögerten Rezep­tion nach dem Stalin­is­mus – be­son­ders häu­fig ge­fälscht. Noch in jüng­ster Zeit wur­den Bilder aus dies­er Epoche in Museen präsen­tiert, die sich als Fälschun­gen her­ausstell­ten. Auch das Mu­se­um Lud­wig ist be­trof­fen und un­ter­sucht derzeit mithilfe in­ter­na­tio­naler Wis­sen­schaftler*in­nen sys­te­m­a­tisch sei­nen Be­s­tand an Gemäl­den. Diese Forschun­gen bil­den ei­nen wichti­gen Bei­trag im in­ter­na­tio­nalen Diskurs zur Rus­sischen Avant­garde. Ein Ziel ist es, Falschzuschrei­bun­gen in der Samm­lung des Mu­se­ums zu iden­ti­fizieren und ken­ntlich zu machen.

Ku­ra­torin­nen: Ri­ta Ker­st­ing und Pe­tra Mandt
#o­rig­i­nalund­faelschung

Ausstel­lung

Andy Warhol Now

12.12.2020 – 18.4.2021

Andy Warhol (1928–1987) hat mit sein­er Per­sön­lichkeit Men­schen in sei­nen Bann ge­zo­gen und po­larisiert, seine Kunst hat eine ganze Ära geprägt. Sein vielges­taltiges Werk hat die Grenzen von Malerei, Skulp­tur, Film und Musik neu definiert. Als scheuer junger Mann aus re­ligiös geprägtem Ar­beit­er*in­nen­m­i­lieu bah­nte sich Warhol sei­nen Weg in die noch vom ab­s­trak­ten Ex­pres­sion­is­mus do­minierte Kunst­welt. In seinem Früh­w­erk ste­hen per­sön­liche, oft ho­moero­tische Zeich­nun­gen neben Aufträ­gen als er­fol­greich­er Wer­beil­lus­tra­tor, mit sei­nen un­verkenn­baren Sieb­druck­bildern wird er zum In­be­griff der neuen Pop Art-Be­we­gung. Seine lebens­lange Fasz­i­na­tion galt der pop­ulären Massenkul­tur. Aber eben­so wie seine Cele­bri­ty-Porträts oder Co­ca-Co­la-Flaschen der amerikanischen Ge­sellschaft ei­nen Spiegel vorhiel­ten, ste­ht Warhol für eine di­verse, queere Ge­genkul­tur, die nicht zulet­zt in seinem New York­er Stu­dio, der Fac­to­ry, ihren Aus­druck fand.

Die groß an­gelegte Auss­tel­lung beleuchtet mit über 100 Werken Warhols er­weit­erte kün­st­lerische Praxis vor dem Hin­ter­grund drän­gen­der ge­sellschaftlich­er Fra­gen. Sch­lüs­sel­w­erke wie die Elvis Pres­ley-Rei­hen oder die Far­b­vari­a­tio­nen eines Elek­trischen Stuhls sind eben­so vertreten wie weniger beachtete As­pekte, die ei­nen aktuellen Blick auf die­sen Jahrhun­dertkün­stler in ein­er Zeit poli­tisch­er und kul­tureller Um­brüche er­möglichen. Auch seine En­twick­lung als Sohn russinisch­er Im­mi­grant*in­nen in Pitts­burgh wird beleuchtet, die sich un­ter an­derem in ein­er kom­plex­en Ve­rar­bei­tung re­ligiös­er The­men und Mo­tive spiegelt.

Die Auss­tel­lung wird von der Tate Mod­ern, Lon­don und dem Mu­se­um Lud­wig in Zusam­me­nar­beit mit der Art Gallery of On­tario or­gan­isiert.

Ku­ratiert von Yil­maz Dziewior, Di­rek­tor, Stephan Died­erich, Ku­ra­tor, Samm­lung der Kunst des 20. Jahrhun­derts, Mu­se­um Lud­wig, Gre­gor Muir, Di­rek­tor der Samm­lung, In­ter­na­tio­nale Kunst mit Fion­tán Mo­ran, stel­lvertre­ten­der Ku­ra­tor, Tate Mod­ern.


#M­LxAndy­Warhol #warhol­now

Sisi pri­vat
Die Fo­toal­ben der Kais­erin

Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

24.10.2020 – 24.1.2021

Elis­a­beth von Öster­reich-Un­garn, ge­nan­nt Sisi, sam­melte in den 1860er Jahren Fo­to­gra­fien, die sie zeitlebens pri­vat hielt. Heute ver­wahrt das Mu­se­um Lud­wig achtzehn ihr­er Al­ben mit cir­ca 2000 Fo­to­gra­fien. Bilder von Adeli­gen – viele Mit­glied­er von Si­sis Fam­i­lie –, Berühmten und Kunst­w­erken. Am bekan­n­testen sind ihre so­ge­nan­n­ten „Schön­heit­en-Al­ben“, hoch in­sze­nierte Porträts an­der­er Frauen. Sisi nutzte diese Auf­nah­men zur Kon­turierung ihres ei­ge­nen Im­ages während ihr­er mo­nate­lan­gen Aufen­thalte in Venedig, auf Madei­ra und Ko­r­fu. In die­sen Jahren sollte sie zu ein­er en­er­gischeren, selb­st­be­wussteren Per­sön­lichkeit reifen, deren Schön­heit le­g­endär wurde. Ende der 1860er Jahre, 31-jährig, besch­ließt Sisi, sich selbst nicht mehr fo­to­gra­fieren zu lassen. In der Präsen­ta­tion wer­den die Zusam­men­hänge zwischen ihrem ger­adezu ob­ses­siv­en Sam­meln von Frauen­porträts und dem Bild, das sie von sich en­twirft sk­izziert.

Ku­ra­torin: Miri­am Szwast
#M­Lx­Sisi