Pro­gramm 2022

Diese Son­der­auss­tel­lun­gen präsen­tieren wir Ih­nen im Jahr 2022.

Ausstel­lung

Grüne Mod­erne. Die neue Sicht auf Pflanzen

17. Septem­ber 2022 – 22. Jan­uar 2023

Die Auss­tel­lung Grüne Mod­erne. Die neue Sicht auf Pflanzen führt uns zurück ins frühe 20. Jahrhun­dert und wie die Kün­ste Pflanzen be­trachteten — nicht die Na­tur im großen Maßstab, son­dern einzelne Pflanzen. Beim Le­sen von Wal­ter Ben­jamins Text Neues von Blu­men von 1928, wer­den wir Zeuge vom Aufkom­men vi­sueller In­no­va­tio­nen „Ob wir das Wach­sen ein­er Pflanze mit dem Zei­traf­fer besch­le­u­ni­gen oder ihre Ges­talt in vierzig­fach­er Ver­größerung zei­gen – in bei­den Fällen zischt an Stellen des Da­seins, von de­nen wir es am wenig­sten dacht­en, ein Geysir neuer Bilder­wel­ten auf“. Nicht nur ihn faszinierten die Fo­to­gra­fien von Pflanzen un­ter dem Mikroskop oder Auf­nah­men im Zei­traf­fer. Die Ki­nos waren voll als Das Blu­men­wun­der das Lebendig­sein der Pflanzen ganz neu vor Au­gen führte. Dabei la­gen dem „Wun­der“ Lab­o­rauf­nah­men im Zei­traf­fer von Ex­per­i­men­ten mit dem er­sten kün­stlichen Dünger zu­grunde.

Ku­ra­torin: Miri­am Szwast, be­r­at­en von Suzanne Pierre

Ausstel­lung

HI­ER & JETZT im Mu­se­um Lud­wig. An­tikolo­niale Ein­griffe

8. Ok­to­ber 2022 – 5. Fe­bruar 2023

Das achte Pro­jekt der Auss­tel­lungs­rei­he „HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig“ un­tern­immt ei­nen an­tiko­lo­nialen Streifzug durch die ständige Samm­lung. Zusam­men mit den Kün­stler*in­nen Daniela Or­tiz (*1985 in Pe­ru), Pau­la Baeza Pail­amil­la (*1988 in Chile), sowie Pa­lo­ma Ay­ala (*1980 in Mexiko) und Páv­el Agui­lar (*1989 in Hon­duras) schauen wir mit kri­tisch-neugierigem Blick auf kün­st­lerische Po­si­tio­nen aus Latei­nameri­ka. Welche latei­namerikanischen Kün­stler*in­nen fin­d­et man in der Samm­lung? Wie re­pro­duzieren Kün­stler*in­nen der Klas­sischen Mod­erne – al­so in der Regel aus Eu­ro­pa – den ex­o­tisieren­den Blick auf den globalen Sü­den? Welche Werke gilt es kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, welche bi­eten Ge­gen­mod­elle an?

Ku­ra­torin: Joanne Ro­driguez

Wolf­gang-Hahn-Preis 2022. Frank Bowl­ing

16. Novem­ber 2022 – 12. Fe­bruar 2023

Frank Bowl­ing (*1934 in Bar­ti­ca, Guya­na) wird mit dem Wolf­gang-Hahn-Preis 2022 der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst am Mu­se­um Lud­wig Köln e.V. aus­gezeich­net. Die Preisver­lei­hung fin­d­et am 15. Novem­ber 2022 um 18.30h statt, am Vor­abend der Art Cologne 2022.

Die Entschei­dung traf die Ju­ry aus Zoé Whit­ley, Di­rek­torin der Chisen­hale Gallery in Lon­don und den Vor­s­tands­mit­glied­ern der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst – Mayen Beck­mann (Vor­s­tands-vor­sitzende), Gabriele Bi­er­baum, Sabine Du­Mont Schütte, Yil­maz Dziewior (Di­rek­tor des Mu­se­um Lud­wig), Jörg En­gels (Schatzmeis­ter) und Robert Müller-Grünow.

Zoé Whit­ley sagt als Gastjurorin über die Wahl des Wolf­gang-Hahn-Preisträgers 2022: „Zu Frank Bowl­in­gs Gemäl­den und kun­stkri­tischen Schriften lässt sich ohne Übertrei­bung sa­gen, dass sie die Möglichkeit­en des Malens neu abgesteckt haben. Mit ihm wird eine entschlossene und einzi­gartig erfin­d­erische Per­sön­lichkeit in der Geschichte des ab­s­trak­ten Malens gewürdigt. Bowl­in­gs Werk, das seine Lebens­er­fahrun­gen in Guya­na, Großbri­tan­nien und den USA ein­sch­ließt, hält Geschicht­en in Farbpig­men­ten, Wachs und Mal­gel fest. Er ver­fügt über ein un­ver­gleich­lich­es Ge­spür für Far­big- und Stof­flichkeit. Bowl­ing hält sich im Ate­li­er an Regeln, die er selbst aufgestellt hat, und bricht sie dann doch – mit ein­er Rei­he völ­lig neuer Regeln und Bes­tim­mungs­größen für die Bildebene. Er set­zt eine kom­plexe ge­dan­k­liche Op­er­a­tion auf der Lein­wand um und ant­wortet mit ihr in stets dy­namisch­er Weise auf eine lange Mal­tra­di­tion.“

Raghu­bir Singh. Kolka­ta

9. Juli – 6. Novem­ber 2022
Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

Raghu­bir Singh (1942–1999) kehrte über ei­nen Zei­traum von zehn Jahren im­mer wied­er nach Kol­ka­ta zurück, um ein kom­plex­es und vielschichtiges Fo­to­porträt der Metropole zu er­stellen. Aufgewach­sen in Jaipur, der Haupt­s­tadt des in­dischen Bun­dess­taates Ra­jasthan, be­suchte Singh Kol­ka­ta 1975 das er­ste Mal, bevor er sei­nen Lebens­mit­telpunkt nach Hongkong und Paris ver­legte; später woh­nte er in Lon­don und New York. Vor allem in sei­nen Straße­nan­sicht­en verdichtet Singh die viel­fachen Ein­drücke Kol­ka­tas in far­blich und kom­pos­i­torisch beein­druck­en­den Fo­to­gra­fien. Die Far­bigkeit ist für Singh kennzeich­nend für Ge­o­gra­fie und Kul­tur In­di­ens. In sei­nen Fo­to­gra­fien wird mit ihr­er Hilfe die Aufmerk­samkeit so über das ganze Bild verteilt, dass Vorder- und Hin­ter­grund häu­fig wie auf ein­er Ebene er­schei­nen. Die un­ter­schiedlichen his­torischen Zeitschicht­en sind auf diese Weise in der Fo­to­gra­fie gleich­er­maßen verge­gen­wärtigt. Singhs Fo­to­gra­fien sind die Hom­mage eines Kos­mopo­liten an eine kos­mopoli­tische Stadt. Die Präsen­ta­tion zeigt zwölf Auf­nah­men aus der Se­rie Kol­ka­ta, die sich in der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig befin­d­en.

Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach

Walde Huth. Ma­te­rial und Mode

3. Dezem­ber 2022 – 12. März 2023
Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

Das Mu­se­um Lud­wig er­hielt 2017 ei­nen Be­s­tand von über 250 Werken der Fo­to­grafin Walde Huth (1923–2011) zum Geschenk. Bekan­nt wurde sie vor allem für ihre Mod­eauf­nah­men der 1950er Haute Cou­ture in Paris und Flo­renz. Wer­beauf­nah­men für ei­nen Samt- oder Strumpfher­steller, auch für Mö­bel ergänzten ihr Port­fo­lio. Zur Farb­fo­to­gra­fie griff sie dabei an­fangs sel­ten, und das, ob­wohl sie durch ihre Tätigkeit in der En­twick­lungs­abteilung für Farb­fo­to­gra­fie der Ag­fa in Wolfen 1943 bis 1945 früh mit den tech­nischen Möglichkeit­en ver­traut ge­wor­den war. Wenn sie es aber tat, zele­bri­erte sie die Farbe regel­recht. Wer die charak­ter­s­tarke Köl­nerin ge­gen Ende ihres Lebens noch be­suchen durfte, berichtet oft von dem Chaos, das in ihr­er Woh­nung herrschte. Auch ihre Bilder waren Teil des Chaos. In einem In­ter­view äußerte Walde Huth ein­mal: "Ich liebe halt eher Im­pro­visiertes und nicht so Per­fektes, Ster­iles. So glatte Ga­le­rien, wo die Fo­to­gra­fien so ge­hängt wer­den, das mag ich gar nicht. So kann ein Bild nicht wirken." Diese Präsen­ta­tion will eine be­hut­same An­näherung an Walde Huth aus dem Be­s­tand der Neuer­wer­bun­gen sein.

Ku­ra­torin: Miri­am Szwast