Vorträge

Zu unseren Ausstellungen und der ständigen Sammlung bieten wir ein vielseitiges Vortragsprogramm an.

KunstBewusst

Gute Kunst lässt Fragen offen. Diese auf interessante Weise zu beantworten leistet die Vortragsreihe KunstBewusst. Veranstaltet vom Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. findet sie jeweils dienstags im Filmforum NRW, dem Kino im Museum Ludwig, statt.

Sei es ein klassischer Expert*innenvortrag zu einer aktuellen Ausstellung, ein Künstler*innengespräch, oder themenübergreifende Vorträge zur den Themen und Inhalten des Museum Ludwig –  bei KunstBewusst gibt es immer neue, überraschende und informative Beiträge.

Kunst im Kontext

Mit Kunst im Kontext lädt die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig zur Auseinandersetzung mit aktuellen Tendenzen ein. Es sprechen Akteur*innen und Expert*innen der internationalen Kunstszene über ausgewählte Themen in Theorie und Praxis der Kunst.

Kommende Termine

Für: Alle
Teilnahme: 5,00€ Ermäßigt: 3,00€

Mitglieder der freunde frei.

Von: Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig
Ausstellung: HIER UND JETZT: De/Collecting Memories from Turtle Island

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.


What is the issue?


Aesthetic meaning is conveyed, received and negotiated through visual codes that hold vast potential for insight, communication and transformation. Indigenous peoples have employed diplomatic measures in verbal and visual exchanges since contact, often drawing from the perceived impact these gestures had on non-Native peoples. “Dear America” offers a conceptual intervention that will renew conversations about collage, sampling and reappropriations, drawing from linguistic theory, cognitive science and sound studies. “Dear America” (the culmination of a three-book series with the University of Nebraska Press) draws from oral histories, Indigenous studies and related fields of anthropology, and art history to understand how contemporary artists use aesthetic registers to navigate and transform conceptual differences.


Building on my 2022 edited volume Visualizing Genocide: Indigenous Interventions in Art, Archives, and Museums where I argue that Native artists use reappropriation as a form of “talking back” through “a juxtaposition of multiple realities,” the proposed manuscript “Dear America” argues that collage serves astute diplomatic ends. Diplomacy is defined within specific ontologies, such as my tribe’s “oratorical genre” known as ba’hadziih, in which otherness is transformed to plausible familiarly by temporalizing relationships. Similarly, painter Norman Akers navigates otherness using the Osage concept of okesa meaning halfway – halfway between places, concepts and even mixed heritage – in complex tableaus of maps, animals and landscapes. Placed in conversation with other marginalized artists seeking rapprochement under established aesthetic hierarchies, “Dear America” allows deeper motivations and outcomes to emerge in consideration of collage as more than just technique.


Worum geht es?


Ästhetische Bedeutung wird durch visuelle Codes vermittelt, aufgenommen und ausgehandelt, die ein enormes Potenzial für Erkenntnis, Kommunikation und Transformation besitzen. Indigene Bevölkerungsgruppen bedienen sich seit dem ersten Kontakt diplomatischer Strategien im verbalen und visuellen Austausch und greifen dabei häufig auf die wahrgenommene Wirkung zurück, die diese Gesten auf nicht-indigene Menschen ausübten.„Dear America“ bietet einen konzeptionellen Eingriff, der die Diskussionen über Collage, Sampling und Reappropriation erneuern soll. Dabei greift das Projekt auf Ansätze der Linguistik, der Kognitionswissenschaft und der Sound Studies zurück. „Dear America“ – der Abschluss einer dreiteiligen Buchreihe bei der University of Nebraska Press – stützt sich auf Oral History, Indigenous Studies sowie verwandte Forschungsfelder der Anthropologie und Kunstgeschichte, um zu untersuchen, wie zeitgenössische Künstler*innen ästhetische Register nutzen, um konzeptuelle Differenzen zu navigieren und zu transformieren.


Aufbauend auf meinem 2022 herausgegebenen Band Visualizing Genocide: Indigenous Interventions in Art, Archives, and Museums, in dem ich argumentiere, dass indigene Künstler*innen Reappropriation als eine Form des „Zurückredens“ („talking back“) einsetzen, und zwar durch eine „Gegenüberstellung multipler Realitäten“ („a juxtaposition of multiple realities“), vertritt das geplante Manuskript Dear America die These, dass Collage als gezieltes diplomatisches Instrument fungiert. Diplomatie wird innerhalb spezifischer Ontologien definiert, etwa in der „oratorical genre“ meines Stammes, die als ba’hadziih bezeichnet wird. In diesem Genre wird Andersartigkeit in eine plausible Vertrautheit überführt, indem Beziehungen zeitlich strukturiert bzw. temporalisiert werden. In ähnlicher Weise navigiert der Maler Norman Akers Andersartigkeit mithilfe des Osage-Konzepts okesa, das „halbwegs“ bzw. „auf halbem Weg“ bedeutet – auf halbem Weg zwischen Orten, Konzepten und sogar zwischen verschiedenen Abstammungslinien. Dies zeigt sich in komplexen Bildkompositionen aus Karten, Tieren und Landschaften.


Indem „Dear America“ diese Perspektiven mit den Arbeiten anderer marginalisierter Künstler*innen in Beziehung setzt, die unter den etablierten ästhetischen Hierarchien nach Annäherung suchen, ermöglicht das Projekt, tiefere Motivationen und Wirkungen sichtbar zu machen. Collage wird dabei nicht lediglich als technische Methode verstanden, sondern als ein ästhetisches und diplomatisches Verfahren, das unterschiedliche Realitäten, Perspektiven und Wissenssysteme miteinander in Beziehung setzt.


Who is our guest?


Nancy Marie Mithlo is a scholar of race and representation who studies the social production and circulation of American Indian/Indigenous arts and cultures nationally and internationally. Her training as a cultural anthropologist (Stanford University PhD, 1993) informs the ethnographic case study and institutional critique approaches she utilizes.


Mithlo’s research offers a corrective lens to the often biased and narrow reading of American Indian cultures by focusing on the interior lives and motivations of Native artists in the politicized context of settler colonialism. Her most recent research employs cognitive science approaches to visitor reception studies. She remains active in Indigenous archival studies through her writing, teaching and research.


A citizen of the Fort Sill Chiricahua Warm Springs Apache Tribe, Mithlo is an active curator employing American Indian Curatorial Practice mandates of work that is long-term, mutually meaningful, reciprocal and with mentorship. She has led nine exhibits at the La Biennale di Venezia, the subject of her forthcoming book, Red Skin Dreams. A life-long educator, Mithlo has taught at the University of New Mexico, the Institute of American Indian Arts, the Santa Fe Community College, Smith College, California Institute of the Arts, Occidental College and the University of Wisconsin-Madison. Her co-edited book Visualizing Genocide: Indigenous Interventions in Art, Archives and Museums was published by the University of Arizona Press in 2022.



Wer ist unser Gast?


Nancy Marie Mithlo ist Wissenschaftlerin im Bereich Race und Repräsentation. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der gesellschaftlichen Produktion und Zirkulation amerikanisch-indigener Kunst und Kultur auf nationaler und internationaler Ebene. Ihre Ausbildung als Kulturanthropologin (Promotion an der Stanford University, 1993) prägt dabei ihre Arbeit mit ethnografischen Fallstudien und institutioneller Kritik.


Mithlos Forschung bietet eine kritische Perspektive auf die häufig voreingenommene und eingeengte Betrachtung indigener Kulturen in den USA. Ihre jüngste Forschung nutzt Ansätze der Kognitionswissenschaft, um die Rezeption von Kunst durch Museumsbesucherinnen zu untersuchen. Darüber hinaus engagiert sie sich weiterhin in der Erforschung indigener Archive durch ihre Publikationen, Lehre und wissenschaftliche Arbeit.


Als Angehörige der Fort Sill Chiricahua Warm Springs Apache Tribe ist Mithlo zudem als Kuratorin tätig. Dabei orientiert sie sich an den Prinzipien einer indigenen kuratorischen Praxis, die auf langfristige, gegenseitig sinnstiftende und reziproke Zusammenarbeit sowie Mentoring ausgerichtet ist. Sie hat neun Ausstellungen im Rahmen der La Biennale di Venezia kuratiert, die Gegenstand ihres in Kürze erscheinenden Buches Red Skin Dreams sind.


Als langjährige Hochschullehrerin war Mithlo unter anderem an der University of New Mexico, dem Institute of American Indian Arts, dem Santa Fe Community College, dem Smith College, dem California Institute of the Arts, dem Occidental College und der University of Wisconsin–Madison tätig. Ihr gemeinsam herausgegebenes Buch Visualizing Genocide: Indigenous Interventions in Art, Archives and Museums erschien 2022 bei der University of Arizona Press.

Für: Erwachsene
Teilnahme: 5,00€ Ermäßigt: 3,00€

Der Eintritt zu den KunstBewusst-Veranstaltungen vor Ort ist für Mitglieder der freunde grundsätzlich kostenfrei. Nicht-Mitglieder zahlen einen Beitrag von 5€ (3€ ermäßigt) an der Abendkasse.

Von: Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig
Ausstellung: Along the Color Line.

Hier finden Sie in Kürze weitere Informationen. 

Für: Erwachsene
Teilnahme: kostenlos

Eintritt frei, mit der Bitte um Anmeldung.

Von: Gesellschaft für Moderne Kunst

Vortrag von Jana Euler


Jana Euler schuf für Schultze Projects #5 eine neue großformatige Wandinstallation im Treppenaufgang des Museum Ludwig. Ihr Vortrag nimmt deren Titel „Triptych – Image Viewer Connections“ auf und verhandelt das Spannungsverhältnis zwischen den einzelnen Bildern, ihrem möglichen Publikum und dem sie umgebenden Wandbild. Das Spiel mit Sehgewohnheiten und Perspektiven ist charakteristisch für Eulers künstlerische Praxis, über die sie in ihrem reich bebilderten Vortrag spricht.



Die Teilnahme an „Kunst im Kontext“ ist kostenfrei.
Wir bitten um Ihre Anmeldung: https://gesellschaft-museum-ludwig.de/programm/kunst-im-kontext-anmeldeformular.php