Pro­gramm 2020

Diese Son­der­auss­tel­lun­gen präsen­tieren wir Ih­nen im Jahr 2020:

Be­tye Saar
Wolf­gang-Hahn-Preis 2020
Fes­takt & Präsenta­tion

22.4.2020 – 26.7.2020

Be­tye Saar wird mit dem 26. Wolf­gang-Hahn-Preis der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst aus­gezeich­net. Die Wür­di­gung ihres Schaf­fens ist von ho­her Dringlichkeit, entschied die Ju­ry beste­hend aus Yil­maz Dziewior, Di­rek­tor des Mu­se­um Lud­wig, Chris­tophe Ch­er­ix, Robert Leh­man Foun­da­tion Che­fku­ra­tor für Zeich­nung und Gra­fik am Mu­se­um of Mod­ern Art (Mo­MA) in New York, sowie den Vor­s­tands­mit­glied­ern des Fördervereins. Be­tye Saar schafft As­sem­bla­gen aus den ver­schie­den­sten ge­fun­de­nen Ob­jek­ten, die sie mit Zeich­nung, Druck­en, Malerei oder Fo­to­gra­fie kom­biniert. Gastjuror Chris­tophe Ch­er­ix über Be­tye Saar: „In der US-amerikanischen Kunst nimmt Be­tye Saars Werk eine Sch­lüs­sel­po­si­tion ein. Ihre As­sem­bla­gen aus den 1960ern und frühen 1970ern verknüpfen Fra­gen von Eth­nie, Pol­i­tik und über­natür­lichen Glaubenssys­te­men mit ihr­er per­sön­lichen Geschichte. Saar, die in ein­er von Rassen­tren­nung geprägten Ge­sellschaft aufwuchs, hat über all die Jahre an ihrem Glauben fest­ge­hal­ten, dass Kunst unsere fin­ster­sten Mo­mente und tief­sten Äng­ste über­win­den kann. Heute schöpft eine neue Gen­er­a­tion von Kün­stler*in­nen aus ihrem über­wälti­gen­den Werk und macht deut­lich, wie Saar den Lauf der US-amerikanischen Kunst verän­dert hat. Mit dem Wolf­gang-Hahn-Preis 2020 wer­den Saars außeror­dentliche Leis­tun­gen und ihr Ein­fluss gewürdigt. Zu­gleich wird die Notwendigkeit an­erkan­nt, dass die Geschichtsschrei­bung der Kunst der let­zten Jahrzeh­nte über­dacht wer­den muss.“

#M­Lx­Be­tye­Saar #WH­P2020

Map­ping the Col­lec­tion

25.4.2020 – 23.8.2020

Gleich­berech­ti­gung, in­di­gene Selb­stbes­tim­mung, Frauen­rechte und Black Pow­er: Die Auss­tel­lung „Map­ping the Col­lec­tion“ wirft ei­nen in­ten­siv­en Blick auf die 1960er und 1970er Jahre in den USA. Sie fragt, wie Kün­stler*in­nen auf die sozialen En­twick­lun­gen und Um­brüche dies­er Jahrzeh­nte reagiert haben – und welche Vors­tel­lung von der Kunst dies­er Zeit an­der­er­seits unsere Erin­nerung geprägt hat. Welch­es Bild der USA wird hi­er repräsen­tiert? Welchen An­teil hat­ten in­di­gene Kün­stler*in­nen, wei­bliche Kün­stler*in­nen, queere Po­si­tio­nen oder „artists of Col­or“ an der En­twick­lung der Kunst in dies­er Zeit?

Ku­ra­torin: Jan­ice Mitchell
#map­pingthe­col­lec­tion

Ausstel­lung

HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig
Dy­namische Räume

6.6.2020 – 30.8.2020

Kün­stler*in­nen: Con­tem­po­rary And, The Nest Col­lec­tive, CUSS & Vukani Nde­bele, Nkiru­ka Oparah, Fri­da Oru­pabo

Für die sech­ste Auss­tel­lung der Rei­he „HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig“ ist das Kun­st­mag­azin „Con­tem­po­rary And“ (C&) in Köln zu Gast. Ge­grün­det von Yvette Mu­tum­ba und Ju­lia Grosse, ver­ste­ht sich C& als „dy­namisch­er Ort, an dem The­men und In­for­ma­tio­nen zu zeit­genös­sisch­er Kun­st­praxis aus afrikanischen Per­spek­tiv­en re­flek­tiert und ver­net­zt wer­den.“ Für ihre vielfälti­gen Ak­tiv­itäten ist die mehr­sprachige In­ter­net­seite ein Knoten­punkt, zwei­mal jähr­lich er­scheint ein ge­drucktes Mag­azin. Im Mu­se­um Lud­wig ste­ht das Langzeit­pro­jekt „C& Cen­ter of Unfin­ished Busi­ness“ im Mit­telpunkt der Auss­tel­lung. Es han­delt sich um eine par­tizi­pa­tive Bi­blio­thek, die durch Videos und Pub­li­ka­tio­nen die Spuren ko­lo­nialer Machtver­hält­nisse und deren Wirken bis in die Jet­ztzeit sicht­bar macht. Die Köl­n­er Ver­sion des „C& Cen­ter of Unfin­ished Busi­ness“ ist ganz auf ihren Stan­dort be­zo­gen. In der für den Mu­se­um­s­raum en­twick­el­ten Bi­blio­thek­sar­chitek­tur kom­men C&s ei­gene Bestände sowie von C& aus­gewählte Pub­li­ka­tio­nen aus der Kunst- und Mu­se­ums­bi­blio­thek Köln zusam­men. Das Pro­jekt knüpft damit dy­namische Verbin­dun­gen zum Mu­se­um, dessen Stan­dort und sei­nen Be­such­er*in­nen. Daneben sind in der Auss­tel­lung Videoar­beit­en afrikanisch­er Kün­stler*in­nenkollek­tive aus der Rubrik „C& Com­mis­sion­s“ sowieW­erke afro­di­as­porisch­er Kün­stler*in­nen zu se­hen. Auch diese eröff­nen dy­namische Räume voller Bilder, die aktuelle Er­fahrun­gen Sch­warz­er Iden­tität auf­greifen, fremdbes­tim­mende Blicke of­fen le­g­en und neue En­twürfe ge­gen stereo­type Vors­tel­lun­gen setzen.

Ku­ra­torin: Rom­i­na Düm­ler
#HIERUND­JET­ZT #dy­namisch­er­aeume

Ausstel­lung

Rus­sische Avant­garde im Mu­se­um Lud­wig – Orig­i­nal und Fälschung
Fra­gen, Un­ter­suchun­gen, Erk­lärun­gen

26.9.2020 – 3.1.2021

Im­mer mehr Museen öff­nen sich nach langer Tabuisierung für ei­nen trans­par­en­ten Um­gang mit Fälschun­gen, tauschen Erken­nt­nis­sen aus und entschei­den sich – falls notwendig –,Werke in der Samm­lung neu zu be­w­erten. Mit ein­er kom­primierten Stu­dioauss­tel­lung stellt auch das Mu­se­um Lud­wig Fra­gen nach Au­then­tiz­ität am Beispiel der Rus­sischen Avant­garde. Sie bildet – neben Pop Art und Pi­cas­so – ei­nen Samm­lungssch­w­er­punkt des Mu­se­ums: Die Kollek­tion um­fasst über 800 Ar­beit­en aus der Zeit von 1905 bis 1930, darun­ter rund 100 Gemälde. Aus un­ter­schiedlichen Grün­den ge­langten im­mer wied­er Werke fraglich­er Au­tor*in­nen­schaft in pri­vate und in­sti­tu­tionelle Samm­lun­gen. Auch das Mu­se­um Lud­wig ist be­trof­fen und un­ter­sucht mithilfe in­ter­na­tio­naler Wis­sen­schaftler*in­nen sei­nen Be­s­tand. Die Auss­tel­lung präsen­tiert er­ste Ergeb­nisse und stellt an­hand von Werken von Na­tal­ja Gontscharowa, Kli­ment Red­ko, Niko­lai Suetin und weit­eren Kün­stler*in­nen kun­sthis­torische und tech­nol­o­gische Meth­o­d­en vor, um kün­st­lerische Hand­schriften oder auch Falschzuschrei­bun­gen erkenn­bar zu machen.

Ku­ra­torin­nen: Ri­ta Ker­st­ing und Pe­tra Mandt
#o­rig­i­nalund­faelschung

Ausstel­lung

Andy Warhol Now

10.10.2020 – 21.2.2021

Andy Warhol (1928–1987) hat mit sein­er Per­sön­lichkeit Men­schen in sei­nen Bann ge­zo­gen und po­larisiert, seine Kunst hat eine ganze Ära geprägt. Sein vielges­taltiges Werk hat die Grenzen von Malerei, Skulp­tur, Film und Musik neu definiert. Als scheuer junger Mann aus re­ligiös geprägtem Ar­beit­er*in­nen­m­i­lieu bah­nte sich Warhol sei­nen Weg in die noch vom ab­s­trak­ten Ex­pres­sion­is­mus do­minierte Kunst­welt. In seinem Früh­w­erk ste­hen per­sön­liche, oft ho­moero­tische Zeich­nun­gen neben Aufträ­gen als er­fol­greich­er Wer­beil­lus­tra­tor, mit sei­nen un­verkenn­baren Sieb­druck­bildern wird er zum In­be­griff der neuen Pop Art-Be­we­gung. Seine lebens­lange Fasz­i­na­tion galt der pop­ulären Massenkul­tur. Aber eben­so wie seine Cele­bri­ty-Porträts oder Co­ca-Co­la-Flaschen der amerikanischen Ge­sellschaft ei­nen Spiegel vorhiel­ten, ste­ht Warhol für eine di­verse, queere Ge­genkul­tur, die nicht zulet­zt in seinem New York­er Stu­dio, der Fac­to­ry, ihren Aus­druck fand.

Die groß an­gelegte Auss­tel­lung beleuchtet mit über 100 Werken Warhols er­weit­erte kün­st­lerische Praxis vor dem Hin­ter­grund drän­gen­der ge­sellschaftlich­er Fra­gen. Sch­lüs­sel­w­erke wie die Elvis Pres­ley-Rei­hen oder die Far­b­vari­a­tio­nen eines Elek­trischen Stuhls sind eben­so vertreten wie weniger beachtete As­pekte, die ei­nen aktuellen Blick auf die­sen Jahrhun­dertkün­stler in ein­er Zeit poli­tisch­er und kul­tureller Um­brüche er­möglichen. Auch seine En­twick­lung als Sohn russinisch­er Im­mi­grant*in­nen in Pitts­burgh wird beleuchtet, die sich un­ter an­derem in ein­er kom­plex­en Ve­rar­bei­tung re­ligiös­er The­men und Mo­tive spiegelt.

Die Auss­tel­lung wird von der Tate Mod­ern, Lon­don und dem Mu­se­um Lud­wig in Zusam­me­nar­beit mit der Art Gallery of On­tario, Toron­to und dem Dal­las Mu­se­um of Art or­gan­isiert.

Ku­ratiert von Yil­maz Dziewior, Di­rek­tor, Stephan Died­erich, Ku­ra­tor, Samm­lung der Kunst des 20. Jahrhun­derts, Mu­se­um Lud­wig, Gre­gor Muir, Di­rek­tor der Samm­lung, In­ter­na­tio­nale Kunst mit Fion­tán Mo­ran, stel­lvertre­ten­der Ku­ra­tor, Tate Mod­ern.


#M­LxAndy­Warhol #warhol­now

Joachim Brohm
Ruhr­land­schaften

Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

27.6.2020 – 27.9.2020

Das Mu­se­um Lud­wig präsen­tiert elf Ar­beit­en aus der Se­rie „Ruhr­land­schaften“ von Joachim Brohm (*1955), die er zwischen 1981 und 1983 aufgenom­men hat. In dies­er frühen Se­rie zeigt Brohm bere­its seine ei­gen­ständige fo­to­gra­fische Hal­tung, mit der er ei­nen neuen Blick auf die Re­gion jen­seits der ver­bre­it­eten stereo­typen Dars­tel­lun­gen des Ruhrge­bi­etes öffnet.

Brohm, der 1977 bis 1983 Vi­suelle Kom­mu­ni­ka­tion an der Folk­wangschule in Es­sen studierte, sah in die­sen Mo­tiv­en „die Verbin­dung von Freizei­tange­bot und Freizeitin­dus­trie“ doku­men­tiert. Ihn in­spiri­erte da­mals die neue amerikanische Doku­men­tar­fo­to­gra­fie, die nicht mehr heroische Metropolen oder er­habene Na­tur­land­schaften, son­dern Tank­stellen, Park­plätze, Vors­tadt­sied­lun­gen, Mo­tels und Gew­er­be­parks in ein­er vom Men­schen verän­derten Na­tur­land­schaft fo­to­gra­fierte

Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach
#M­LxJoachim­Brohm #ruhr­land­schaften

Sisi pri­vat
Die Fo­toal­ben der Kais­erin

Präsen­ta­tion im Fo­to­raum

24.10.2020 – 24.1.2021

Elis­a­beth von Öster­reich-Un­garn, ge­nan­nt Sisi, sam­melte in den 1860er Jahren Fo­to­gra­fien, die sie zeitlebens pri­vat hielt. Heute ver­wahrt das Mu­se­um Lud­wig achtzehn ihr­er Al­ben mit cir­ca 2000 Fo­to­gra­fien. Bilder von Adeli­gen – viele Mit­glied­er von Si­sis Fam­i­lie –, Berühmten und Kunst­w­erken. Am bekan­n­testen sind ihre so­ge­nan­n­ten „Schön­heit­en-Al­ben“, hoch in­sze­nierte Porträts an­der­er Frauen. Sisi nutzte diese Auf­nah­men zur Kon­turierung ihres ei­ge­nen Im­ages während ihr­er mo­nate­lan­gen Aufen­thalte in Venedig, auf Madei­ra und Ko­r­fu. In die­sen Jahren sollte sie zu ein­er en­er­gischeren, selb­st­be­wussteren Per­sön­lichkeit reifen, deren Schön­heit le­g­endär wurde. Ende der 1860er Jahre, 31-jährig, besch­ließt Sisi, sich selbst nicht mehr fo­to­gra­fieren zu lassen. In der Präsen­ta­tion wer­den die Zusam­men­hänge zwischen ihrem ger­adezu ob­ses­siv­en Sam­meln von Frauen­porträts und dem Bild, das sie von sich en­twirft sk­izziert.

Ku­ra­torin: Miri­am Szwast
#M­Lx­Sisi