Abbildung Louise Lawler
Louise Lawler, I-O, cibachrome (museum box), 1993/98, 49.1 x 59.4 cm
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Not Yet Titled.
Neu und für im­mer im Mu­se­um Lud­wig

11. Ok­to­ber 2013 bis 26. Jan­uar 2014

Ver­trautes neu se­hen und an­dere Geschicht­en erfin­d­en: Ein Jahr nach seinem Amt­san­tritt wagt der Di­rek­tor Philipp Kais­er ei­nen frischen Blick auf die Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig. Der endgültig-vor­läu­fige Ausstel­lungsti­tel Not Yet Ti­tled ist ein Hin­weis auf das zen­trale Mo­ment der Präsen­ta­tion: Das Mu­se­um ist ein Ort, an dem Kun­st­geschichte aus Sicht der Ge­gen­wart im­mer wied­er neu be­trachtet, be­w­ertet und umgeschrieben wird.

Das Mu­se­um wird von zwei Ach­sen im Ober- und Un­terges­choss durch­zo­gen, die sich jew­eils von den frühen 1960er Jahren in die Ge­gen­wart er­streck­en und de­nen un­ter­schiedliche Konzepte der Wirk­lichkeit zu Grunde lie­gen: Im Oberges­choss ge­ht es um die Beschäf­ti­gung mit der Wirk­lichkeit über das Me­di­en­bild und Ap­pro­pri­a­tion, wie in den Werken von Andy Warhol, John Baldes­sari, Cindy Sh­er­man oder Sh­er­rie Levine sicht­bar wird.

Der rote Fa­den im Un­terges­choss ist die Hin­wen­dung zur Buch­stäblichkeit und damit zu Prozess, Ar­beit, Ortsspez­i­fität und zum Poli­tischen, von den min­i­mal­is­tischen Skulp­turen von Carl An­dre über Hans Haack­es Con­den­sa­tion Wall zu der neu angekauften Fo­to­serie von Al­lan Seku­la, die Ar­beit­er beim Ver­lassen der Fab­rik zeigt. Der er­ste Stock fungiert dabei mit Werken von Pi­cas­so über Yves Klein oder Lu­cio Fon­ta­na als Scharni­er zwischen eu­ropäisch­er Mod­erne, amerikanisch­er Spät­mod­erne und Min­i­mal­is­mus.

Im großen Saal im Un­terges­choss des Mu­se­ums wird Michael Heiz­ers Großpro­jek­tion Ac­tu­al Size (Elsi­nore) er­st­mals seit der Ausstel­lung Gug­gen­heim In­ter­na­tio­n­al 1971 in New York präsen­tiert. Die Peter und Irene Lud­wig Stif­tung kaufte diese spek­takuläre Ar­beit jüngst für die Samm­lung an, um die zwei bere­its vorhan­de­nen Heiz­er Skulp­turen sch­lüs­sig zu ergänzen.
Im an­deren großen Saal des Mu­se­ums wird eine In­s­tal­la­tion der amerikanischen Konzep­tkün­st­lerin Bar­bara Kruger gezeigt, die den ge­samten Raum aus­füllt. Das Mu­se­um Lud­wig hat sie bere­its 1995 angekauft, auf­grund ihr­er Di­men­sion war sie je­doch seit­dem nicht mehr zu se­hen.

Dia­na Thaters Videoin­s­tal­la­tion von 1995 wird eben­falls er­st­ma­lig in Not Yet Ti­tled präsen­tiert. Neon-Ar­beit­en von Richard Ser­ra wer­den zu die­sem An­lass res­tau­ri­ert und jüng­ste Ankäufe von Moni­ka Baer, Nairy Baghramian, Mark Bou­los, Elad Lass­ry, Hans Haacke und an­deren zum er­sten Mal gezeigt.

Die Ausstel­lung, die sich über das ganze Haus er­streckt, hat deswe­gen noch kei­nen Ti­tel ge­fun­den, weil sie den prozes­sualen und tem­porären Charak­ter dies­er sub­jek­tiv­en Sich­tung her­vorheben will. Alt­bekan­nte Werke fin­d­en sich in neuer Nach­barschaft wied­er; an­dere, die bis­lang im De­pot waren, wer­den ans Tages­licht ge­holt und neu evaluiert.

Wir danken unseren Part­n­ern:

Das Gewinn­spiel zur Ausstel­lung