Foto Filmforum
Candida Höfer, Kino im Museum Ludwig Köln II, 2006

Filmforum

Mit dem bun­desweit einzi­garti­gen Mod­ell eines die Stadt­grenzen über­greifen­d­en Fo­rums be­spielen seit Jan­uar 2006 ins­ge­samt ne­un Part­n­er das Ki­no im Mu­se­um Lud­wig.

Als Grün­dungs­mit­glied­er des Film­fo­rums hat das ge­samte breite Spek­trum von Film­förder­ern und -pro­duzen­ten, Film­schaf­fen­d­en, -ver­mit­tel­n­den und Cineas­t­en zur Ko­op­er­a­tion zusam­menge­fun­den. Zu ih­nen ge­hören die Film­s­tif­tung NRW, die SK Stif­tung Kul­tur, der West­deutsche Rund­funk (WDR), die ifs in­ter­na­tio­nale film­schule köln, der film & fernseh pro­duzen­ten­ver­band nrw e.v. die Köl­n­Musik GmbH, sowie der Ver­bund der freien Film­szene „Ki­noAk­tiv" und das Mu­se­um Lud­wig/Stadt Köln. Zahl­reiche the­ma­tische Pro­gramm­rei­hen, Film­fes­ti­vals und Pre­mieren sowie Vorträge und Diskus­sio­nen haben im Film­fo­rum ei­nen Auf­führung­sort ge­fun­den. Alle Ve­r­an­s­tal­tun­gen wer­den in­haltlich und fi­nanziell von den einzel­nen Part­n­ern selbst ve­r­ant­wortet. Ge­mein­sam ist es gelun­gen, das Film­fo­rum als Ort für Filmgeschichte und zeit­genös­sische Filmkul­tur zu etablieren und damit eine Lücke in der Köl­n­er Ki­no­land­schaft zu füllen.

Weitere In­fos zu die­sem und allen an­deren Pro­gram­men un­ter www.film­fo­rum­n­rw.de

Ein­tritt­skarten für alle Ve­r­an­s­tal­tun­gen sind an der Abend­kasse er­hältlich. Vorbestel­lun­gen sind nicht möglich. Für Hörgeschädigte bi­etet das Film­fo­rum In­duk­tionssch­leifen an. Das Film­fo­rum ist für Roll­s­tuhl­fahr­er zugänglich.

Film­fo­rum im Mu­se­um Lud­wig

Ein­gang auf der Rück­seite des Mu­se­um Lud­wig
Bis­chofs­garten­s­traße 1, 50667 Köln
E-Mail: in­fofilm­fo­rum­n­rw.de

In­for­ma­tion zur Edi­tion von Can­di­da Höfer

Aus An­lass des ein­jähri­gen Beste­hens des Film­fo­rum NRW hat die Kün­st­lerin Can­di­da Höfer das Film­fo­rum NRW mit ein­er Edi­tion un­ter­stützt.
Can­di­da Höfer zeigt zwei Per­spek­tiv­en auf das Ki­no im Mu­se­um Lud­wig: Zum ei­nen die leere Pro­jek­tions­fläche, zum an­deren den Blick auf die Rück­wand, hin­ter der sich der Pro­jek­tion­s­raum ver­birgt. Das Spez­i­fische der Ar­chitek­tur, die für ein Ki­no doch ungewöhn­lich ist - die ur­sprüngliche Pla­nung des Ortes sah eine Kom­bi­na­tion von Ki­no und Kam­mer­musik­saal vor -, ist in dem un­ver­wech­sel­baren Stil der Kün­st­lerin er­fasst.

Can­di­da Höfer
Ki­no im Mu­se­um Lud­wig Köln I / II
2006
Lamb­da-Print
je 28 x 44 cm, Ed. 50
je € 850
Beim Er­werb bei­der Fo­to­gra­fien gilt ein re­duziertes Ange­bot von 1.500 €.

Mi 12.30 Uhr Film

Mittwoch, 01. Juni, 12:30 Uhr
Veranstalter: KölnMusik in Zusammenarbeit mit Kino Gesellschaft Köln
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

AT/DE/FR 2012, Ausschnitt, Blu-ray, OmU, Regie: Michael Haneke, mit: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert


Den gesamten Film zeigen wir am Sonntag, 12.6. um 15:00 Uhr. Weitere Informationen zum Film siehe unten.

Eine Veranstaltung der Kino Gesellschaft Köln gemeinsam mit KölnMusik
Eintritt frei

Fr 19.00 Uhr Film

Freitag, 10. Juni, 19:00 Uhr
Veranstalter: Filmforum NRW
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

F/AL 2012, 54‘, OF mit englischen UT, Regie: Nabil Djedouani und Hassen Ferhani


In Anwesenheit von Nabil Djedouani


Hinter den Zahlen der illegalen Einwanderung verbergen sich Orte und Menschen, das war auch schon vor der ganz großen Fluchtbewegung 2015 so. Menschen, die schon lange auf Booten über das Mittelmeer kommen, und viele von ihnen, die dabei sterben. Wir wissen 5 Jahre nach dem Entstehen dieses Filmes nicht was aus ihnen geworden sein mag:


Ibrahim, Adam, Ismaïl, sie sind es, die die Regisseure im Sommer 2011 in Algerien getroffen haben. Alle drei kamen aus den Ländern Schwarzafrika, der Region und aus Afrika unterhalb der Sahara, der geopolitisch sogenannten Subsahara, mit ihren Einzelschicksalen in einer Stadt im Süden des Mittelmeeres. In der Gluthitze Algiers begleitet und folgt die Kamera Ibrahim, Adam und Ismaïl. Sie leben in einem Hotel mit einem sehr bezeichnenden Namen, sind völlig integriert und leben von Gelegenheitsjobs. Einer fährt den Aufzug in einem Hochhaus, der zweite ambulanter Schuhmacher und der dritte arbeitet auf dem Bau...

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

Fr 20.30 Uhr Film

Freitag, 10. Juni, 20:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

M 2013, 94‘, Blu-ray, marokkanisch-arabische OF mit englischen UT, Regie: Hicham Lasri, mit: Firari Ben Aissa, Latefa Ahrare


Casablanca. Eine verarmte Frau fleht vor der Kamera um ein Erdbeben, das göttliche Gerechtigkeit über das ausgehungerte Land bringen soll. Ein Mann fackelt sein Handy ab. Eine tanzende Spaziergängerin hebt ihren Rock gegen Geld. In einem provisorischen Fernsehstudio bringen Stunden der Untätigkeit die Techniker eines Filmteams gegeneinander auf. Bis plötzlich Driss Basri auftaucht, der gefürchtete Innenminister König Hassans II., der unter dem Terrorregime des früheren Königs zahlreiche Menschenrechtsverletzungen zu verantworten hatte. Basri starb 2007 im Pariser Exil. Hicham Lasris neuer experimenteller Kino-Essay schreibt die Fakten um und setzt Basri 15 Jahre unter Hausarrest, bevor er ihn dunkle Geheimnisse der jüngsten Geschichte Marokkos enthüllen lässt. Seine Bekenntnisse entfachen den Widerstand der TV-Crew und verdichten sich zu fulminanten visuellen Assoziationen: Virtuos entfalten Bilder von verwahrlosten Stränden, maroden Gebäude, aufgebrachten und verwirrten Passanten, Archivclips und Phantasiebildern – kunstvoll gemischt mit industriellen Sounds und Gedanken von Shakespeare oder der Musik von Daft Punk – einen schier psychedelischen Bewusstseinsstrom, der eine Ahnung von der Geschichte Marokkos entstehen lässt und eindrucksvoll die aufgewühlte Gegenwart des Landes reflektiert – und zwar sprachlich im marokkanischen Dialekt des Arabischen, dem Darija.

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

Sa 14.30 Uhr Film

Samstag, 11. Juni, 14:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

F 2015, 99‘, DCP, französische OF mit englischen UT, Buch und Regie: Rabah Ameur-Zaïmeche, mit: Djamil Djedouani, Mohamed Aroussi, Rabah Ameur-Zaïmeche
Ein Mann besteigt einen kargen Gipfel. Es ist Judas, der Jesus abholt, um ihn auf seinem Rücken den Berg hinunterzutragen, scherzend und schnaufend. Nachdem Jesus im Fluss gebadet und an einer Henna-Zeremonie teilgenommen hat, bricht er anschließend nach Jerusalem auf. Judas sorgt sich rührend um die Sicherheit seines Freundes, denn der römischen Besatzungsmacht gilt der Prophet Jesus als Aufständischer.


Der Wind rauscht in den Palmen, die Felsformationen der algerischen Wüstenlandschaft sind atemberaubend schön fotografiert. Rabah Ameur-Zaïmeches Bearbeitung des vielfach interpretierten biblischen Stoffes setzt eigene Akzente. Die Physis von Landschaft und Körpern ist sehr präsent. Beiläufig aber deutlich wird die Koexistenz der Religionen markiert. Die Beziehung der beiden Männer ist innig, keine Spur von Verrat. Judas wird hier genauso wie Jesus zum Opfer von Machtspielen der Römer, des Hohenpriesters und der Pharisäer. Auch als der von Kopfschmerzen geplagte Pontius Pilatus wissentlich einen Unschuldigen zum Tode verurteilt, der beim Eintreten für die Freiheit Worte statt Waffen einsetzt, bleibt die Tonlage dieses Historienfilms sanft und leise: „Lieber eine Ungerechtigkeit begehen, als eine große Unordnung schaffen“... Umso hörbarer ist dadurch sein Widerhall in der Gegenwart.
Anschließend Gespräch mit Djamil Djedouani

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

Sa 17.30 Uhr Film

Samstag, 11. Juni, 17:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

AL/F/KAT/LIBN/NL 2015, 100‘, Blu-ray, arabische OF mit englischen UT, Regie: Hassen Ferhani
Anders als es der Titel von „In meinem Kopf, ein Kreisverkehr“ erwarten lässt, spielt der Straßenverkehr überhaupt keine Rolle im ersten langen Film des Algeriers Hassen Ferhani. Auch hat das sich – fast wie in einem Kammerspiel – in einem Schlachthof zutragende Geschehen überhaupt nichts mit der Grausamkeit zu tun, die man von diesem Ort erwarten könnte. Hierher nur verortet Ferhani den Mikrokosmos seiner ausschließlich männlichen Helden im heutigen Algerien. Hier gibt er den Selbst-Zeugnissen seiner sehr einmaligen Charaktere und ihrer ganzen Sensibilität und Unschuld den Raum, um sich frei zu entfalten. Nicht etwa dass ein totes Tier ihnen die Schau stehlen würde! Der Autor der Filmbeschreibung beim FID (Festival International du Documentaire), dem Dokumentarfestival in Marseille, fühlte sich ganz begeistert wieder erinnert an die Virtuosität, die Komplexität und den unglaublichen Humor des ersten Wettbewerbsfilms von Ferhani von 2014, TARZAN, DON QUICHOTTE UND WIR.


Wir sehen die jungen und alten Arbeiter werden bei der routinierten Verrichtung ihres beruflichen Tuns oder beim Fußball vor dem Fernseher in den Pausen. Youssef, Hocine oder Ali reden über die Liebe, ihre Träume und die Vergangenheit. Nur das wirkliche Leben „draußen“ erscheint den Protagonisten wie „ein Kreisverkehr mit 1000 Ausfahrten“, von denen bestimmt nicht eine einzige auch die Richtige ist. Mit seinem Langfilm-Debüt gewann Ferhani in Marseille wie auch anderswo die Herzen der Kinobesucher und nicht nur dort den Hauptpreis im Französischen Wettbewerb. Er dreht seine Filme auch aus eigener Hand und seinem ganz besonderen Blick als Kameramann (siehe auch AFRIC HOTEL).

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

Sa 19.30 Uhr Film

Samstag, 11. Juni, 19:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

Tunesien/VAE 2013, 87‘, Blu-ray, tunesisch-arabische Originalfassung mit englischen UT, Regie: Hamza Ouni, Schnitt: Najwa Khechemi
„Nichts war gut, nichts ist gut, nichts wird gut sein“. Diese bittere Wahrheit umschließt das Leben der beiden Protagonisten Washwasha und Khayri, der beiden „Garratas“, der Heuarbeiter und Fahrer der überladenen Heu-Transporter im Sommer auf Tunesiens Straßen, die Autofahrern wie eine Mauer erscheinen, wenn man dahinter steckt. Beide Anfang-Mitte 20, bettelarm, ohne Aussicht, jemals etwas anderes zu machen, als für wenig Geld und wenige Monate im Jahr Heuballen auf LKWs zu stapeln und wieder abzuladen. Ansonsten nichts als Bier, Zigaretten, Gras und Knast, aber umso mehr Freundschaft und Zusammenhalt. Arbeit dagegen gibt es ansonsten kaum in Tunesien. Und alle wollen sie weg, nach Europa. Doch auch dies ist nur ein Traum. Khayri versucht allein zweimal während der fünf Jahre dauernden, überaus authentischen Dreharbeiten - ohne jedes Budget - sich selbst zu verbrennen. Der Vater des Regisseurs Hamza starb 10 Jahre vor dem Drehbeginn und war Heu- und Saisonarbeiter.
EL GORT erfasst die Jahre vor dem Aufstand gegen Ben Ali und bis zu den ersten freien Wahlen, 2007 bis 2012. Aber diese Ereignisse haben für die Protagonisten keine wirkliche Bedeutung. Washwasha saß während der Revolution im Gefängnis, Khayri ging wie die meisten anderen Bewohner der Stadt plündern. Irgendwie musste der Zorn raus. Geändert hat sich nichts. Außer dem Obrigkeits-Personal, das die Armen genauso betrügt wie das alte Regime. Und der Islamismus in Politik und Gesellschaft Tunesiens? „F*** them“!
Die ganze Wut übersetzt der Film in eine äußerst raue, direkte Bildsprache, die der Erzählung eine unglaubliche Wucht verleiht. Harte, schnelle Schnitte, eine unruhige, bewegte Kamera, keine Einstellung verweilt in der Schönheit des Augenblicks. Statt dessen ein Höchstmaß an Leben, das immer weiter gelebt werden muss. „Und das ist das wirklich Erstaunliche an diesem ersten langen Film von Hamza Ouni – seine Protagonisten ‚erzählen‘ die Verhältnisse überaus klarsichtig, ohne sich aus der Verantwortung für ihre Handlungen zu stehlen“ – schrieb Matthias Heeber zur bisher einzigen Vorführung beim Dok-Festival in Leipzig: „Dieser Film vibriert vor Wut“.
Anschließend Gespräch mit Protagonisten Kayri Hajri, Regisseur Hamza Ouni und Cutterin Najwa Khechemi (angefragt) sowie mit Taïb Bouzouina, Produzent, Regisseur und Musiker aus Algerien/Marseille

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

So 15.00 Uhr Film

Sonntag, 12. Juni, 15:00 Uhr
Sonderpreis für Abonnenten der KölnMusik: 5,- € Reservierungen: info@kinogesellschaftkoeln.de oder telefonisch 0221 – 469 42 40
Veranstalter: KölnMusik in Zusammenarbeit mit Kino Gesellschaft Köln
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

AT/DE/FR 2012, 127’, Blu-ray, OmU, Regie: Michael Haneke, mit: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert
Anne und Georges sind seit Ewigkeiten ein Paar, ihre Tochter führt längst ihr eigenes Leben. Immer noch sind sich die beiden in aufrechter Liebe verbunden. Ihr perfekt eingespielter Alltag wird jäh unterbrochen, als Anne nach einem ersten Schlaganfall von heute auf morgen ein Pflegefall wird. Den Eheleuten wird schnell bewusst, dass es der Anfang vom Ende ist, dass sich Annes Zustand fortan nur noch verschlechtern wird. Weiterhin pflegt Georges seine große Liebe aufopferungsvoll, bis auch er an seine Grenzen geführt wird.

So 17.30 Uhr Film

Sonntag, 12. Juni, 17:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

EG, VAE 2012, 96’, DCP, arabische OF mit deutschen UT, Regie: Hala Lotfy, mit: Donia Maher, Salma Al-Najjar, Ahmad Lutfi
Ein Tag im Leben von Suad, die mit ihrer Mutter und dem bettlägerigem Vater am Rande Kairos lebt. Während hinter halb geschlossenen Läden helles Sonnenlicht und die Geräusche der Stadt wahrzunehmen sind, herrscht im Inneren der Wohnung eine Atmosphäre von Alter und Krankheit, Stagnation und Liebe. Die Mutter arbeitet nachts in einer Klinik und ist tagsüber nur ein Schatten ihrer selbst. Ihre Tochter Suad pflegt den kranken Vater, hat ihre Aufgabe schicksalsergeben akzeptiert und das eigene Leben hinten angestellt. Geduldig folgt die Kamera ihren routinierten Handgriffen und Verrichtungen und fängt dabei sowohl ihre Frustration als auch Momente großer Zärtlichkeit ein.
AL-KHOROUG LEL-NAHAR ist der Titel des Totenbuchs der alten Ägypter, auf Deutsch: ins Licht hinaus treten. Als Suad am Abend die Wohnung verlässt und durch das nächtliche Kairo treibt, zeigt sich, wie weit sie sich von ihren eigenen Bedürfnissen entfernt hat. Hala Lotfys Debüt richtet den Blick auf das Verhältnis von Licht und Schatten, Innen und Außen, Leben und Tod. Am Ende der Nacht beginnt ein neuer Tag, der womöglich Veränderung bringt. Der große ägyptische Schauspieler Ahmad Lutfi spielte den Vater und verstarb bald nach den Dreharbeiten tatsächlich.
Anschließend Gespräch mit Schauspielerin Donia Maher und Hala Lotfy (angefragt)

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

So 20.00 Uhr Film

Sonntag, 12. Juni, 20:00 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

M 2011, 110‘, marokkanisch-arabische OF mit englischen UT, Buch und Regie: Leïla Kilani, mit: Soufia Issami, Mouna Bahmad, Nouzha Akel, Sarah Betioui
Tanger, Stadt der gegenseitigen Phantasie-Bilder für Orient und Okzident, Ort der Massen-Lohnarbeit für Marokkaner und auch einer „Free Zone“ sowie eines gigantischen neuen Hafens, „Tanger Med“, dem gigantischen Symbol für die Globalisierung, für eine Modernisierung Marokkos um jeden Preis und für einen ungehemmten Neoliberalismus. Die „Freie Zone“ – das ist Europa in Marokko, auf dem Boden Afrikas, zum Anfassen nahe aber nur zugänglich für diejenigen, die dort eine begehrte Arbeitserlaubnis erhalten. Badia und Imane arbeiten hier in einer Armee von Arbeiterinnen der Fischindustrie und pellen Shrimps aus Krabben. Eines Nachts treffen sie in der so ganz anderen Welt ihrer Freizeit Asma und Nawal, die sehr gut zu wissen glauben, wie es sich in der materiellen Welt noch viel besser aushalten lässt. Aus der neuen Freundschaft scheint eine  nimmermüde „Girls Power Gang“ zu entstehen. Sie chillen herum in den kosmopolitischen Cafés, landen in schicken Villen mit Meeresblick, machen besser viel bezahlte Jobs und schwelgen in Luxus. Vier unverwüstliche 20-jährige Marokkanerinnen verlieren sich zwischen einer Strategie des Überlebens und ihrem unerlaubten Aufstieg.
„Ich stehle nicht, ich halte mich nur schadlos, ich raube niemanden aus - ich nehme mir nur wieder, was mir eh gehört. Ich deale und hehle nicht - ich treibe Handel. Ich prostituiere mich nicht – ich lass mich einladen. Ich lüge nicht – ich bin nur die, die ich sein werde. Ich bin nur der Wahrheit etwas voraus: und zwar meiner eigenen“, so skandiert Badia so schön guttural in die Kamera. Die Regisseurin gibt in ihrem ersten langen Spielfilm der völlig atypischen jungen, marokkanischen Frau den Raum sich auszudrücken und erschafft damit „die Fünf Gebote einer Hymne der zeitgenössischen vierten Welt. Das ist auch ein Programmatik für das Kino der Zukunft, etwas völlig Neues und erinnert dabei doch an die Lyrik Francois Villons und die an die Burleske Charlie Chaplins“, schrieb der Kritiker von “Le Monde“ 2012.

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com

So 21.45 Uhr Film

Sonntag, 12. Juni, 21:45–22:30 Uhr
Veranstalter:
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludiwg

11:00 Uhr: DER NACKTE FEIND
D 2005, 26‘, DVD, DF, Regie: Claus Josten
Die Bildsprache entlang der Pilgerstraße von Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien ist bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt. Denn ausgerechnet am heiligen Jakobsweg finden sich Zeugnisse von Hass und Hohn gegenüber den Arabern, vor deren kultureller Überlegenheit die Europäer seit dem frühen Mittelalter sich Europa wie eine heutige Dritte Welt ausnahm. Hat sich schon vor bald tausend Jahren von Spanien und Frankreich aus eine propagandistische Kampagne der Verunglimpfung des Islam verbreitet, eine erste Medienpropaganda, die womöglich dazu diente, zu den Kreuzzügen aufzurufen?
Der Berliner Künstler und Religionswissenschaftler Claudio Lange untersuchte jahrzehntelang die steinernen Belege an den Kirchen der von der Kunstgeschichte so verklärten Romanik, die nach seiner These heute in einem neuen Licht erscheint.


11:30 Uhr: ALI IM PARADIES – MY NAME IS NOT ALI
D/EG 2012, 98‘, Blu-ray, deutsch/arabisch/französische OF mit englischen UT, Regie: Viola Shafik
In Rainer Werner Fassbinders Film ANGST ESSEN SEELE AUF liebt Brigitte Mira trotzig einen Schwarzen. Der Film wurde in Cannes gefeiert und gilt als wegweisend im deutschen Kino. Die Wirklichkeit hinter der Fassade des großen Kinomythos sieht eher düster aus. Die männliche Hauptrolle des „Ali“ spielte El Hedi Ben Salem, ein Nordafrikaner. Den gabelte Fassbinder in Paris förmlich auf, brachte ihn nach Deutschland und machte ihn zu seinem Liebhaber. Die Filmhistorikerin und Regisseurin Viola Shafik hat Ben Salems Geschichte in einer Dokumentation filmisch rekonstruiert. Der Marokkaner war Jahre lang Fassbinders Lebensgefährte - eine „Amour fou“ zwischen dem Regisseur und dem Einwanderer – ein ungleiches Paar. "Rainer Werner Fassbinder, dreht einen antirassistischen Film dreht und verstrickt sich dann aber in eine unglückliche Liebesgeschichte mit dem Mann aus Nordafrika, der auch noch eine sehr dunkle Hautfarbe hat. In dieser Beziehung steckt ein Unterwerfungsmechanismus, den er da mit eingebaut hat", so Viola Shafik. Eigentlich sei das genau das, wogegen Fassbinder in seinem eigenen Film arbeite, analysiert die Regisseurin.


Anschließend Diskussion mit Claudio Lange und Viola Shafik

Kurator der Veranstaltung: Claus Josten in Zusammenarbeit mit dem Allerweltskino e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt, Berlin und dem Kulturamt der Stadt Köln
Eintritt: 6,50,- € / 4,00 € erm. pro Film, 10,00 € für Freitag Abend, 17,00 € Tageskarten jew. für Samstag und Sonntag, 32,00 für das gesamte Wochenende
Reservierung: kino-aus-nordafrika@gmail.com