Werner Mantz, Kommunionsporträt eines Mädchens, Limburg, 1959, Nederlands Fotomuseum, Rotterdam © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Nederlands Fotomuseum, Rotterdam; Haus am Botanischen Garten, Köln, um 1929, Museum Ludwig, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Werner Mantz
Architekturen und Menschen

14. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Eröff­nung: Fre­i­tag, 13. Ok­to­ber 2017, 19 Uhr

Wern­er Mantz (1901–1983) ist als ein­er der promi­nen­ten Fo­to­grafen des Neuen Bauens im Köln der 1920er Jahre bekan­nt. Ge­boren und aufgewach­sen in Köln, eröffnete er 1921 ein Fo­toate­li­er und porträtierte zunächst promi­nente In­tellektuelle, Kün­stler und Pol­i­tik­er. Ab 1926 er­hielt er auch Aufträge als Ar­chitek­tur­fo­to­graf für Wil­helm Riphahn, Peter Franz Nöck­er, Cas­par Maria Grod und an­der­er Vertreter der ar­chitek­tonischen Avant­garde, die Kon­rad Ade­nauers Sied­lungspol­i­tik für ein mod­ernes Köln um­set­zten. Ar­chitek­turzeitschriften wie Bauwelt, Die Form oder Bauwarte publ­izierten häu­fig seine Werke. In ihr­er sach­lichen, sch­warzweißen Strenge wirken die men­schen­leeren Ge­bäude und Straßen­züge in Mantz‘ Bildern wie monu­men­tale Kulis­sen der Mod­erne. Diese Bilder sind es, die Kölns ar­chitek­tonische Mod­erne über die Stadt­grenzen hi­naus bekan­nt macht­en.

1932 eröffnete Mantz in Maas­tricht ein zweites Ate­li­er und siedelte 1938 ganz in die Nied­er­lande über. In Maas­tricht kam er zurück zur Porträt­fo­to­gra­fie und spezial­isierte sich auf Kin­der­bild­nisse. Er selbst emp­fand seine Porträts als gleichbe­deu­tend zu sei­nen Ar­chitek­tu­rauf­nah­men; aus­gestellt wur­den sie bis­lang nicht. Das Mu­se­um Lud­wig führt diese bei­den As­pekte seines Schaf­fens zusam­men und er­möglicht es er­st­mals, Mantz‘ Werk in sein­er his­torischen Breite und Di­ver­sität zu er­fahren.

Was machte die Ar­beit an der Ausstel­lung so span­nend für die Ku­ra­torin Miri­am Hal­wani?

„Wern­er Mantz fo­to­gra­fierte in den 1920er-Jahren mod­erne Ar­chitek­tur und später ernst drein­blick­ende Kom­mu­nion­skin­der. So ba­nal seine The­men auf den er­sten Blick schei­nen, so über­rascht wurde ich während der Ausstel­lungsvor­bere­i­tun­gen von der Küh­le und Un­heim­lichkeit, die seine Bilder auss­trahlen. Die Häus­er, die er auf­nahm, sind men­schen­leer, clean, fast virtuell. Die Men­schen, die sich in den 1950er-Jahren in seinem Ate­li­er porträtieren ließen, ken­nen wir nicht. Uns bleiben gewis­ser­maßen nur Hüllen. Und ger­ade de­shalb lassen sich die Bilder im Gedächt­nis sch­lecht ab­schüt­teln. Wir kön­nen sie nicht mit ein­er Geschichte verknüpfen und ge­dan­k­lich ad ac­ta le­g­en. Das war eine Er­fahrung, die erst durch den Um­gang mit den Bildern im Raum möglich wurde und mit der ich bei der an­fänglichen Ausstel­lungs­pla­nung nicht gerech­net hatte.“

Über die Ausstel­lung

Die Ausstel­lung ist ein Ge­mein­schaft­spro­jekt mit dem Ned­er­lands Fo­to­mu­se­um in Rot­ter­dam, das den um­fan­greichen Be­s­tand von Mantz’ Fo­to­gra­fien aus den Nied­er­lan­den be­wahrt. Ku­ra­toren: Miri­am Hal­wani (Mu­se­um Lud­wig) und Frits Gier­st­berg (Ned­er­lands Fo­to­mu­se­um).

Die Ausstel­lung wird großzügig un­ter­stützt durch das Min­is­teri­um für Kul­tur und Wis­sen­schaft des Lan­des Nor­drhein-West­falen, das Köni­greich der Nied­er­lande, der GAG Im­mo­bilien AG, sowie der Wern­er Mantz Stif­tung.