Abbildung Louise Lawler - Pink and Yellow and Black I
Louise Lawler, Pink and Yellow and Black I (Red Disaster) from On a Wall, On a Cow, In a Book, In the Mail, 1999, cibachrome (museum box), 98.4 x 82.6 cm
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Louise Lawler.
Adjusted

11. Ok­to­ber 2013 bis 26. Jan­uar 2014

Louise Lawlers Fo­to­gra­fien von Kunst­w­erken in Museen, Pri­va­träu­men, auf Auk­tio­nen oder im De­pot machen deut­lich, wofür wir nor­maler­weise blind sind. Sie zei­gen, wie sehr die Be­deu­tung von Kunst durch den Kon­text, die Nach­barschaft, das Ar­range­ment geprägt wird – und dass es eine wert­freie Präsen­ta­tion von Kunst nicht gibt.

Scharfsin­nig, manch­mal ironisch und oft ent­lar­vend analysiert die 1947 ge­borene Konzep­tkün­st­lerin seit 30 Jahren das Kun­st­sys­tem mit all sei­nen kom­plex­en Regeln. Lawler nähert sich gewis­ser­massen dem Saum der Kunst und schafft in for­mal aus­geprägten und exzen­trischen Kom­po­si­tio­nen hin­ter­gründige Kom­mentare po­etisch­er Beiläu­figkeit.
Ihr Werk, geprägt von der In­sti­tu­tion­skri­tik der frühen 70er Jahre, ist im Um­feld der Pic­tures Gen­er­a­tion anzusiedeln, zu der auch Richard Prince oder Cindy Sh­er­man zählen. Ihre An­fänge sind je­doch stark von der In­sti­tu­tion­skri­tik der frühen 1970er Jahre geprägt und so wur­den ihre Ar­beit­en zunächst als kun­st­sozi­ol­o­gische Kom­mentare in­ter­pretiert, welche die äs­thetischen, ökonomischen und his­torischen Be­din­gun­gen der Kunst re­flek­tieren.

Das Mu­se­um Lud­wig hat der Kün­st­lerin für ihre er­ste um­fassende Werkschau in Deutsch­land das ge­samte Haus geöffnet. Rund 80 Werke um­fasst die Ausstel­lung und zeigt neben ein­er Über­sicht ihr­er wichtig­sten Werke auch eine Rei­he von Ar­beit­en aus ihrem Archiv, die noch nie öf­fentlich gezeigt wur­den und eben­so neue Werke, welche in der Begeg­nung mit der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig über­raschende Si­t­u­a­tio­nen her­vor­brin­gen.

Für die Schau ent­s­tand eine Se­rie von zehn „trac­ings“: Um­ris­szeich­nun­gen, die an Mal­büch­er erin­n­ern und die äl­tere Ar­beit­en Lawlers auf­greifen. Außer­dem fertigt die Kün­st­lerin für das Mu­se­um Lud­wig zwei neue, groß­for­matige „stretch­es“ an. Dies sind Fo­tos, die sie auf selb­stk­lebende Vinyl­folien auf­bringt und deren Pro­por­tio­nen sie an die jew­eili­gen Räum­lichkeit­en an­passt, auch wenn die Mo­tive da­durch de­for­miert wer­den.

Es er­scheint ein Ka­t­a­log im Pres­tel Ver­lag mit Es­says von Hal Fos­ter, Ben­jamin H.D. Buchloh, Sven Lüttick­en und Philipp Kais­er.

Ku­ra­tor der Ausstel­lung: Philipp Kais­er

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